Wie die Gewerkschaft EPU als Mitglieder gewinnen will

06. Oktober 2017 Drucken
Wie die Gewerkschaft EPU als Mitglieder gewinnen will
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Knapp zwei Drittel der Mitglieder der Wirtschaftskammer sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU). In Summe sind dies 306.000 Mini-Unternehmer. Diese will die Gewerkschaft vida mit einem eigenen Servicepaket an Bord holen. Der monatliche Beitrag beträgt 25 Euro, dafür gibt es ein eigenes Konto, Hilfe bei Steuer- und Rechtsfragen, eine Versicherung und ein Weiterbildungspaket, so die vida bei einer Pressekonferenz.

Hoher PflegerInnen-Anteil

Zu den 306.000 EPU gehören 65.000 Personen die in der Pflege tätig sind. Der Frauenanteil bei EPU liegt bei 51 Prozent, das Durchschnittsalter bei 46 Jahren. Umgesetzt wird das Servicepaket „vidaflex“ mit externen Partnern. „Wir sind die erste Gewerkschaft, die zum Vollanbieter wird“, verkündete vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit am Donnerstag. Mit dem neuen Angebot „vidaflex“ werde „der Schutzschirm weiter gespannt“.

„Dreist“

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat wenig Freude mit dem Versuch der Gewerkschaft vida, verstärkt Ein-Personen-Unternehmen (EPU) anzusprechen. Elisabeth Zehetner-Piewald, EPU-Beauftragte in der Kammer, findet dies gar „dreist“. „Die Gewerkschaft ist im Zusammenhang mit EPU aufgefallen, dass sie Selbstständige in Arbeitnehmer und potenzielle Gewerkschafts-Mitglieder und Versicherte bei den Gebietskrankenkassen umwandeln wollten, selbst gegen den Willen und zum Nachteil der Betroffenen“, betonte sie in einer Aussendung. Wie für alle anderen Unternehmen auch sei die Wirtschaftskammerorganisation die gesetzliche Vertretung für EPU. (APA)