Lebensmittel „Made in Austria“: Exporte legen stark zu

06. Oktober 2017 Drucken
Lebensmittel „Made in Austria“: Exporte legen stark zu
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Die österreichischen Exporte von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie legten 2016 um 3,6 % zu und überschritten damit erstmals die sechs Mrd. Euro Grenze. Konkret wurden im Vorjahr Lebensmittel „Made in Austria“ im Wert von 6.191 Mio. Euro exportiert, berichtet der Fachverband der Lebensmittelindustrie der WKÖ.

Außerhalb Europas gefragt

Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem den Erfolgen der Hersteller auf Märkten außerhalb Europas zu verdanken. Dort legten die Exporte aus Österreich um 7,6 % zu und erreichten ein Volumen von 1.360 Mio. Euro. Der wichtigste Drittlandsmarkt für die heimische Lebensmittelindustrie bleiben die USA (740 Mio. Euro, + 20,9 % gegenüber 2015). Die USA liegen übrigens hinter Deutschland (2.088 Mio. Euro Exportvolumen, + 3,9 % gegenüber 2015) bereits an der zweiten Stelle im Ranking der Top-Exportländer für die heimische Lebensmittelbranche.

Export bleibt wichtigstes Standbein

Der Export bleibt Branchen-Motor für Wachstum und Jobs. Zwei von drei in Österreich produzierten Lebensmitteln werden auf über 180 Märkten quer über den Globus verkauft. Konkret leistet die österreichische Lebensmittelindustrie fast 60 % der gesamten Agrarexporte Österreichs (Exportvolumen 2016: 10,4 Mrd. Euro). Die „Bestseller“ „Made in Austria“ sind Getränke, Süß- und Backwaren, Produkte der österreichischen Mehlspeisküche sowie Würste und Fleischwaren.

Der seit Jahren angespannte Inlandsmarkt hat die österreichischen Hersteller schon früh bewogen, ihre Chance im Export zu suchen. Das zeigt die beeindruckende Entwicklung der Exportquote von lediglich 16 % im Jahr 1995 auf weit über 60 % im Jahr 2016. Auch ein Vergleich des heimischen Exportanteils mit jenem aus Deutschland macht deutlich: Die heimische Branche hat einen doppelt so hohen Exportanteil als ihre deutschen Mitbewerber und hat sich mit Qualität, Sicherheit und Genuss zum Schwergewicht im Lebensmittel- und Getränke-Export entwickelt. Ein gesättigter und hart umkämpfter Inlandsmarkt machen den Export von Lebensmitteln „Made in Austria“ bereits seit vielen Jahren zum unverzichtbaren Standbein für die Branche.

Optimistische Halbjahresbilanz

Die Exporte der Lebensmittelindustrie zeigen für das erste Halbjahr 2017 mit einem Plus von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr eine gute Entwicklung. Deutschland ist mit einem Zuwachs von 6,2 % nach wie vor der Nummer-Eins-Markt für österreichische Lebensmittel. Und das trotz schwieriger Bedingungen: So gibt es etwa im Binnenmarkt immer wieder Lieferverzögerungen durch die Wartezeiten an Österreichs Grenzen.

International wirft der bevorstehende Brexit die ersten Schatten voraus: Großbritannien ist für die österreichische Lebensmittelindustrie der viertgrößte Absatzmarkt innerhalb der EU nach Deutschland, Italien und Ungarn. Das Exportvolumen lag 2016 bei 167 Mio. Euro (+ 7,6 % gegenüber 2015). Im ersten Halbjahr 2017 brachen die Lebensmittelexporte nach Großbritannien um 14 % ein.

Drittmärkte werden interessanter

Obwohl sich die Folgen der „Ukraine-Russland-Krise“ für viele Unternehmen noch negativ auswirken, stieg die Exportleistung der österreichischen Lebensmittelindustrie auf Märkten außerhalb Europas im ersten Halbjahr überdurchschnittlich um 12,5 %. Exportmotor dabei war wieder der US-Markt. Dieser wuchs gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 12,5 % auf 441 Mio. Euro. Gemeinsam mit Deutschland bleiben die USA Top-Exportmarkt für österreichische Lebensmittel und Getränke.

 

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