Flugverkehr: Ticketpreise für Billigflieger weiter im Sinkflug

25. Oktober 2017 Drucken
Flugverkehr: Ticketpreise für Billigflieger weiter im Sinkflug
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Die Airlines für Billigflieger bauen weiter Netze und Flotten aus. Die Ticketpreise sind im Sommer weiter gesunken.

Trotz der Insolvenz von Air Berlin sind die Ticketpreise der Billigflieger in Deutschland weiter gefallen. Die durchschnittlichen Bruttopreise der Low-Cost-Carrier lagen für den Herbst zwischen 35 und 97 Euro, wie eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergab.

Marktanteil in Deutschland bei 25 Prozent

Im Vorjahr lag die Preisspanne noch bei 44 bis 105 Euro für einen einfachen Flug. Gründe seien der fallende Kerosinpreis sowie der weiterhin starke Wettbewerb. Außerdem habe sich die Zahl der Verbindungen ab Deutschland weiter gesteigert: Von 700 im Vorjahr auf rund 800 dieses Jahr. Demnach sind ein Viertel aller Flüge ab Deutschland Low-Cost-Verbindungen. Am stärksten gewachsen seien die Lufthansa-Tochter Eurowings sowie der Billig-Pionier Ryanair.

Umfassende Netzerweiterung

Die Entwicklung wird von einem massiven Ausbau der Billigflieger in Deutschland begleitet. Eurowings erweiterte das Netz bereits vor der Air Berlin-Insolvenz mit der Übernahme zahlreicher Flugzeuge und etablierte dabei eine neue Basis in München. Mit 52 Prozent ist Eurowings Marktführer in Deutschland. Auch Konkurrent Ryanair baute die Flotte massiv um fast 14 Prozent aus und ist in Europa mit einem Marktanteil von 25 Prozent größter Low Cost Carrier. Deutlich wächst auch das Angebot nach Übersee durch neue Konzepte und Flugzeugmodelle.

Ausbau der Flotten

Europaweit bauen Ryanair und Easyjet ihre Marktführerschaft weiter aus. Ryanair unterhält mittlerweile fast 3.000 Verbindungen auf dem Kontinent und Easyjet folgt mit knapp 1.600 Strecken. Auch der Wettbewerb unter den Günstigfliegern in Europa nimmt weiter zu. Mittlerweile gibt es mehr als 1.300 Strecken, auf denen zwei oder mehr Anbieter fliegen. Um den Angebotsausbau bewältigen zu können verfügt Ryanair mittlerweile über eine Einheitsflotte von mehr als 400 Flugzeugen des Typs Boeing 737 mit 189 Sitzplätzen, ein Plus um 14 Prozent zum vergangenen Jahr. Easyjet vergrößerte die eigene Flotte im gleichen Zeitraum um zehn Prozent. Auch Norwegian hat den eigenen Flugzeugpark stark ausgebaut. Hierzu zählen neben rund 120 Flugzeugen des Flugzeugtyps B737 zusätzlich achtzehn Flugzeuge des modernen Langstreckenmodells Boeing 787, die im Interkontinentalverkehr nach Asien und Amerika eingesetzt werden. Ganz neu hinzugekommen sind in diesem Sommer Flugzeuge des Typs Boeing 737Max8, eine Langstreckenversion der Boeing 737, die besonders von kleineren Flughäfen aus Interkontinentalverbindungen ermöglicht.

Ryanair mit internen Problemen

Der „Low Cost Monitor“ wird vom DLR zweimal jährlich herausgegeben. In der aktuellen Ausgabe wurde Air Berlin wegen der Insolvenz nicht mehr berücksichtigt. Das DLR wies zudem darauf hin, dass Ryanair wegen „interner Probleme“ das Angebot zum Winter hin deutlich reduziert hat. (APA/red)

 

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