Fachkräftemangel: In Ungarn sind die Gehälter stark im Steigen

07. Dezember 2017 Drucken
Fachkräftemangel: In Ungarn sind die Gehälter stark im Steigen
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In Ungarn klettern die Gehälter kräftig. Das Gefälle zu Österreich besteht aber immer noch: Einfache Angestellte erhalten laut Kienbaum ein Durchschnittsgehalt von rund 3.340.000 HUF (11.000 Euro).

Die aktuell starke Konjunktur in Ungarn geht aus Sicht der Unternehmen mit zunehmendem Druck am Arbeitsmarkt einher. Die Gehälter klettern. Die Steigerungen 2017 übertreffen die Prognosen deutlich – mit regionalen Unterschieden. Einfache Angestellte erhalten in Ungarn ein jährliches Durchschnittsgehalt von rund 3.340.000 HUF (11.000 Euro).

Die auf einer Unternehmensumfrage basierten Ergebnisse zeigen, dass zum einen weiterhin ein ernster Fachkräftemangel beklagt wird und zum anderen die Vergütungen schneller steigen als erwartet. Von den befragten Unternehmen gaben über 70 Prozent an, dass die Verfügbarkeit von Fachkräften mangelhaft oder ungenügend sei – gegenüber dem vergangenen Jahr hat sich die Situation damit nicht verbessert. Der  Vergütungsreport der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) und der Personal- und Managementberatung Kienbaum Consultants Austria hat die Gehälter in der ungarischen Wirtschaft erhoben.

Gehaltssteigerung 2017 deutlich höher als erwartet

Die interessanteste Entwicklung seit dem Herbst 2016 ist mit Sicherheit die deutliche Steigerung der Grundgehälter: Prognostiziert für 2017 war eine Steigerung um bis zu 4 Prozent, tatsächlich sind es ganze 6 Prozent geworden. Facharbeiter in Ungarn konnten sich sogar über Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 7,4 Prozent freuen, Abteilungsleiter und Angestellte über 6 Prozent und leitende Angestellte wie Teamleiter über 5,8 Prozent.  Zudem gibt es deutliche regionale Unterschiede. Die Vergütung im Ballungsraum Budapest liegt beispielsweise um mehr als 20 Prozent über dem ungarischen Durchschnitt. Für 2018 rechnen die Firmen nicht mit einem nachlassenden Lohndruck: Durchschnittlich wird ein Anstieg um 6,1 Prozent erwartet, wobei Arbeiter und Angestellte mit 6,8 bzw 6,4 Prozent erneut leicht überdurchschnittliche Einkommensverbesserungen erwarten können.

Die Vergütungsstufen

Ein ungarischer Vorstandsvorsitzender/Vorsitzender der Geschäftsführung verdient in diesem Jahr mit rund 30.000.000 HUF (95.500 Euro) um ein Drittel mehr als ein ordentliches Vorstandsmitglied (23.000.000 HUF oder 73.000 Euro) und knapp das Dreifache einer Führungskraft mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 11.000.000 HUF (35.000 Euro). Einfache Angestellte erhalten in Ungarn ein Durchschnittsgehalt von rund 3.340.000 HUF (11.000 Euro). Die variablen Vergütungskomponenten in Ungarn sind sehr weit verbreitet. Über 75 Prozent aller Führungskräfte und jeder zweite Mitarbeiter erhält eine Prämie oder einen Bonus. Diese sind primär von Gewinngrößen abhängig.

Firmenwagen weit verbeitet

Firmenwagen sind in Ungarn nach wie vor eine beliebte Zusatzleistung zum Grundgehalt: 92 Prozent der Geschäftsführer, 42 Prozent der Führungskräfte und 15 Prozent der leitenden Angestellten profitieren von diesem Benefit. Der Geschäftsführung steht für ihren Firmenwagen ein Anschaffungsbudget von durchschnittlich 13.400.000 HUF zur Verfügung. Führungskräfte dürfen im Schnitt mit einem Dienstwagen im Wert von 8.500.000 HUF rechnen und leitende Angestellte mit einem Fahrzeug, das 5.900.000 HUF kostet.

 

Wichtige Vergütungskennziffern

Geschäfts- führung Führungs- kräfte Höhere Angestellte Angestellte Arbeiter, Facharbeiter
Grundgehaltssteigerung
01.09.2016 – 01.09.2017 5,7 % 6,0 % 5,8 % 6,0 % 7,4 %
2018 (geplant) 5,3 % 5,7 % 5,9-6,3 % 6,4 % 6,8 %
Jahresvergütung (Tsd HUF)
Grundvergütung 20 509 9 304 5 806 3 068 2 353
Gesamtbarvergütung 26 421 10 923 6 476 3 340 2 577
Erfolgsbeteiligung
Empfänger 85 % 75 % 75 % 64 % 54 %
Variabler Anteil 22 % 15 % 9 % 8 % 8 %
Firmenwagen
Empfänger 92 % 42 % 15 % 2 % 0 %

 

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