Silvester naht: KMU-Steuertipps zum Jahresende

07. Dezember 2017 Drucken
Silvester naht: KMU-Steuertipps zum Jahresende
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Freibeträge, Weihnachtsgeschenke, Essensboni: Sylvester bietet die letzte Gelegenheit des Jahres, steuerlichen Angelegenheiten ins Reine zu bringen. Die Gelegenheiten sollten genützt werden.

Der Jahreswechsel ist für Unternehmer und Dienstnehmer aus steuerlicher Sicht immer ein wichtiger Stichtag. Die Wiener Steuerberatungskanzlei Siart hat Steuertipps zusammengetragen, die bis 31. Dezember umgesetzt werden sollten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können die Steuerlast durch Vorziehen von Betriebsausgaben des Folgejahres in das laufende Jahr oder Bezahlung dieser erst im Folgejahr beeinflussen.
Bilanzierer  haben es schwerer: Sie dürfen Forderungen (inkl. Gewinnanteil) erst bei ihrem tatsächlichen Entstehen buchen – wenn der Vertrag durch Erbringen der eigenen Leistung/Lieferung erfüllt ist. Ist ein Auftrag zum 31.12.2017 noch nicht fertig gestellt (Lieferung noch nicht erfolgt) und eine (Teil-) Abrechnung nicht möglich, dann unterbleibt die Gewinnrealisierung zu diesem Stichtag.

Der Gewinnfreibetrag muss genützt werden

Unabhängig von der Gewinnermittlungsart steht Unternehmern bei Gewinnen über € 30.000 zusätzlich zum Grundfreibetrag (= max € 3.900) der 13%ige investitionsbedingte Gewinnfreibetrag (GFB) zu. Als Investitionen gelten hierbei ungebrauchte, abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter (zB Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) sowie bestimmte Wertpapiere, die für mindestens vier Jahre im Betriebsvermögen gehalten werden müssen.

Kein Aktionismus

Die Kanzlei Siart warnt aber, sinnlose Investitionen – solche, die sich nicht von selbst rechnen – zu tätigen. Denn auch im besten Fall zahlt der Staat durch die Steuerersparnis nur 50% mit. Wenn Sie diese aber betriebswirtschaftlich benötigen, nehmen Sie sie bis zum 31.12.2017 in Betrieb, damit Sie auch noch die Halbjahresabschreibung geltend machen können. Wertpapiere wiederum haben den Vorteil, dass sie sich nicht „abnutzen“ und sohin deren Anschaffung zu einer echten Steuerersparnis führt.

Pauschalierung bei geringen Betriebsausgaben

Verfügen Sie insgesamt nur über geringe Betriebsausgaben, kann es vorteilhaft sein, zur Pauschalierung der Betriebsausgaben zu optieren. Je nach ausgeübter Tätigkeit können hierbei 6% bzw 12% pauschal vom Gewinn abgezogen werden. Manchen Berufsgruppen stehen hierzu individuelle Pauschalierungsregeln zur Verfügung.

Weihnachtsgeschenke absetzbar

(Weihnachts)-Geschenke (bspw Warengutscheine) an Mitarbeiter sind beim Arbeitgeber bis € 186, Betriebsveranstaltungen und Weihnachtsfeiern bis € 365 pro Jahr und Mitarbeiter abzugsfähiger, freiwilliger Sozialaufwand. Beim Mitarbeiter selbst sind diese Beträge von der Lohnsteuer und Sozialversicherung befreit.

Vorsicht bei Boni und Cash-Geschenken

Geldgeschenke sowie Geschenke, die in Bargeld abgelöst werden können, sind für Mitarbeiter steuerpflichtig.

  • Essensgutscheine (max € 4,40 pro Arbeitstag) oder Lebensmittelgutscheine (max € 1,10 pro Arbeitstag) bieten steuerlich bessere Perspektiven. Diese sind ebenfalls abzugsfähiger, freiwilliger Sozialaufwand und bei Mitarbeitern steuerfrei.
  • Zuschüsse zu den Kinderbetreuungskosten von bis zu € 1.000 pro Kind Jahr für Kinder der Dienstnehmer sind steuerfrei. Dieser ist ebenfalls abzugsfähiger, freiwilliger Sozialaufwand und bei Mitarbeitern steuerfrei.
  • Spenden können bis max 10% des Gesamtbetrages der Einkünfte bzw des Gewinns abgesetzt werden. Unabhängig davon können Spenden im Zusammenhang mit Katastrophenschäden (Hochwasser, Lawinen udgl) unbegrenzt abgesetzt werden, sofern diese dementsprechend beworben werden (zB auf der Homepage).

 

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