Storno: „Aktion 20.000“ und „Beschäftigungsbonus“ kommen nicht

02. Januar 2018 Drucken
Storno: „Aktion 20.000“ und „Beschäftigungsbonus“ kommen nicht
© Paul-Georg Meister/pixelio.de

Die neue ÖVP-FPÖ-Koalition hat am Neujahrstag zwei Arbeitsmarktmaßnahmen der Vorgängerregierung gestoppt. Der Beschäftigungsbonus wird Ende Jänner auslaufen, die „Aktion 20.000“ für ältere Arbeitslose wurde bereits mit 31. Dezember 2017 ausgesetzt.

Anträge zum Beschäftigungsbonus könnten noch bis zum 31. Jänner eingereicht werden. Bei der „Aktion 20.000“ „werden Anträge positiv behandelt, die bis zum 31. Dezember 2017 genehmigt bzw. in Arbeit befindlich sind“, heißt es in einer Aussendung vom Montag. Der Entscheidung ist laut Regierung eine Evaluierung „nicht gegenfinanzierter Maßnahmen“ vorausgegangen.

„Redimensionierung“ der Projekte

Als Folge der Evaluierung und „der guten Konjunkturentwicklung hat die Bundesregierung auf gemeinsamen Vorschlag von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Sozialministerin Beate Hartinger-Klein per Umlaufbeschluss die Redimensionierung des ‚Beschäftigungsbonus‘ sowie die ‚Beschäftigungsaktion 20.000‘ beschlossen.“ Der weitere Ausbau der Maßnahmen werde als „nicht zielführend“ angesehen, heißt es in dem Beschluss vom Wochenende.

Verweis auf Experten

Bereits im Regierungsprogramm stand, dass Beschäftigungsbonus und „Aktion 20.000“ geprüft werden sollten. In einem separaten Papier mit dem Titel „Einsparungen im System“ wurden bereits sehr konkret die Abschaffung des Beschäftigungsbonus und das „Einfrieren“ der „Aktion 20.000“ auf 5.000 angekündigt. Mit der Redimensionierung des „Beschäftigungsbonus“ folge die Bundesregierung Expertenempfehlungen, wie vom Chef des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Christoph Badelt, und Fiskalrat-Präsident Bernhard Felderer, hieß es am Montag in der Regierungsaussendung. Aufgrund des positiven Konjunkturklimas und der starken Mitnahmeeffekte hätten diese für eine Einstellung der Maßnahmen plädiert.
Daneben hatte sich erst unlängst auch der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, für eine Streichung des Jobbonus und eine Reduktion der „Aktion 20.000“ ausgesprochen. Anfang Dezember forderte er eine „Redimensionierung“ der Aktion von 20.000 auf 8.000 Plätze.

Prestigeprojekt der SPÖ

Die beiden Förderprogramme waren 2017 von der SPÖ-ÖVP-Regierung beschlossen worden, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Beim Beschäftigungsbonus gab es bis zum Jahreswechsel laut Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 12.600 Anträge für 64.000 Arbeitnehmer. Laut älteren Angaben des Sozialministeriums waren bis Ende November rund 1.500 Personen erfolgreich vermittelt worden. (APA)