Flexibilisierung: Was die Regierung im Tourismus ändern will

04. Januar 2018 Drucken
Flexibilisierung: Was die Regierung im Tourismus ändern will
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Als Hauptziele finden sich im ÖVP-FPÖ-Programm „bessere Rahmenbedingungen und Positionierung des Tourismusstandorts“, „Entlastungen für die Tourismuswirtschaft“ und die „Bekämpfung des Fachkräftemangels im Tourismus“.

Dem Tourismuskapitel im ÖVP-FPÖ-Programm sind knapp vier Seiten gewidmet. Zuallererst wird die „herausragende Bedeutung der Tourismuswirtschaft für Österreich“ mit einem 16-Prozent-Anteil am BIP betont. Als Hauptziele finden sich „bessere Rahmenbedingungen und Positionierung des Tourismusstandorts“, „Entlastungen für die Tourismuswirtschaft“ und die „Bekämpfung des Fachkräftemangels im Tourismus“.

Erreicht werden sollen die drei Hauptziele unter anderem durch die Bearbeitung neuer Märkte. Eine Internationalisierung soll helfen, dass Potenzial noch nicht gesättigter Herkunftsmärkte stärker zu nutzen. So sollen Visaverfahren für Gäste aus Herkunftsländern mit besonderem Potenzial beschleunigt werden.

Flexiblere Arbeitszeiten, Rücknahme der USt – Erhöhung

Beim Ziel der Entlastung der Tourismuswirtschaft findet sich unter anderen Punkten jener, dass die Arbeitszeitregelungen für Betriebe und Beschäftigte in der Gastronomie praxisgerecht gestaltet würden. Auch die Umsatzsteuer für Übernachtungen soll wieder von 13 auf 10 Prozent abgesenkt werden. Familieninterne Betriebsübergaben sollen erleichtert werden. Die bereits vorliegende Digitalisierungsstrategie soll umgesetzt werden. Abschreibungszeiträume gehörten an die tatsächliche Nutzungsdauer angepasst.

Verstärkte Internationalisierung der Tourismuswirtschaft

Es gehe aber ebenso um die „Entwicklung einer neuen Gesamt-Tourismusstrategie mit jährlichem Monitoring“. Wesentlich innerhalb der Strategie neben der Internationalisierung werden unter anderen Punkten die Stärkung der Dachmarke Österreich, eine Weiterentwicklung der Berufsbilder. Auch „sollen Synergiepotenziale durch zukünftig bessere strategische Abstimmung zwischen Österreich Werbung und Landestourismusorganisationen bzw. Destinationen erschlossen werden“.

Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte

Der Fachkräftemangel soll auf verschiedenen Wegen bekämpft werden, die ins Arbeitsrecht hineinspielen. Hauptsächlich müsse die Ausbildung im Inland forciert werden. Die Fachkräfteverordnung soll adaptiert werden, dazu gehört eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte samt Ausweitung auf die Bedürfnisse der Tourismuswirtschaft. Das AMS soll Arbeitssuchende in ganz Österreich vermitteln dürfen. Arbeitslose die darauf eingehen, sollen einen “ Mobilitätsbonus“ erhalten.

Ausweitung der Saisonbeschäftigung

Auch die Beschäftigung in Saisonbetrieben verlängert werden: „Mitarbeiter, die vollzeitbeschäftigt sind, sollen während gewisser definierter Zeiträume in der Vor- bzw. Nachsaison zumindest 15, maximal 20 Stunden arbeiten können; z.B. im Zeitraum vom 01. April bis zum 15. Mai, möglicherweise auch bis zum 31. Mai und vom 1. Oktober bis zum 15. Dezember“.

Geld vom AMS

Dabei solle „die halbe Differenz zwischen Lohn/Gehalt für Vor- bzw. Nachsaison zum Lohn/Gehalt auf Basis der Anmeldung zur Sozialversicherung während der Hauptsaison soll vom AMS gezahlt werden, um für die Mitarbeiter diesen Anreiz zur Verlängerung der Beschäftigung zu schaffen“. Als Beispiel führen Schwarz und Blau an: „Der Arbeitnehmer auf Vollzeitbasis in der Hauptsaison an der Rezeption arbeitet 20 Stunden in der Vorsaison und erhält die Entlohnung mit AMS-Zuschuss für 30 Stunden. Wenn diese Personen in der Hauptsaison vollzeitbeschäftigt werden, bezahlt der Arbeitgeber Lohn/Gehalt für 30 Stunden und Lohnnebenkosten für 40 Stunden Beschäftigung. Der Betrieb erhält im Nachhinein vom AMS eine Förderung für 10 Arbeitsstunden und für 50 Prozent der Lohnnebenkosten“. Versucht werden soll der Plan in Testregionen. (APA)

 

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