Paketdienste: Wie Retouren den KEP-Boom beflügeln

22. Februar 2018 Drucken
Paketdienste: Wie Retouren den KEP-Boom beflügeln
© POST AG/ Werner-Streitfelder

2017 wuchs die Zahl der transportierten Pakete in Österreich um nahezu fünfzehn Prozent. Die heimischen Paketdienste profitieren. Der Online-Handel stöhnt unter der explodierenden masse der Retouren.

Der wachsende Zuspruch  bei Online-Shopping erhöht ständig das Paketvolumen in Österreich. 2017 wuchs die Zahl der transportierten Pakete um nahezu fünfzehn Prozent, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu KEP-Diensten in Österreich von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

Der BRANCHENRADAR KEP-Dienste in Österreich 2018 weist ein ungebremstes Wachstum bei Paketdiensten in Österreich aus. Die Anzahl der von KEP-Diensten transportierten Pakete erhöhte sich im Jahr 2017  um +14,8 Prozent geg. VJ auf nunmehr 208,9 Mio. Stück. Angeschoben wurde der Markt einmal mehr vom B2C-Geschäft, wenngleich auch der B2B-Markt signifikante Wachstumsbeiträge lieferte. Im Geschäftskundensegment (B2B) erhöhte sich die Anzahl der transportieren Pakete um +4,7 Prozent geg. VJ auf 93,1 Millionen Stück.

Immer mehr Retouren-Pakete und Teillieferungen

Im Konsumentengeschäft (B2C+C2C) stieg das Paketvolumen im vergangenen Jahr hingegen um nahezu ein Viertel (+24,5 Prozent geg. V) auf knapp 115,8 Millionen Stück. Etwa 10,1 Millionen Pakete (+1,0 Prozent geg. VJ) davon waren reine Privatpakete (C2C), auf den B2C-Markt entfielen demnach 105,7 Mio. Pakete (+27,3 Prozent geg. VJ).

Die Retouren legen stark zu

Das Schwungrad für den Anstieg des B2C-Marktes waren allerdings nicht die vermehrten Bestellungen im Distanzhandel. Vielmehr wurde das Paketvolumen auch durch ein Mehr an Retouren-Paketen sowie von Teillieferungen der Distanzhändler befeuert. Retouren-Pakete fallen insbesondere bei der Bestellung von Bekleidung und Schuhen an, also im nicht nur mit Abstand größten Marktsegment im Distanzhandel, sondern auch einem robust wachsenden. Teillieferungen erfolgen zum einen auf Kundenwunsch, weil etwa ein ganz bestimmter Artikel einer Bestellung besonders rasch benötigt wird, oder aufgrund logistischer Notwendigkeiten beim Versender selbst.

Zunehmende Marktkonzentration bei KEP-Diensten

Mit der dynamischen Entwicklung des Marktes konnten zuletzt allerdings nicht alle Anbieter mithalten, wodurch es zu einer ansteigenden Marktkonzentration kam. Eine Bruchlinie verläuft nur noch zwischen den Geschäftsbereichen B2B und B2C. In beiden Teilmärkten hielten die beiden führenden Anbieter absatzseitig jedoch mehr als 70 Prozent des Marktes. Im B2B-Segment führte DPD vor der Österreichischen Post, bei B2C lag die Post vor DHL Paket.

 

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