Was ist der Unterschied zwischen Sabbatical und Bildungskarenz?

02. März 2018 Drucken
Was ist der Unterschied zwischen Sabbatical und Bildungskarenz?
@ pixabay

Sabbatical und Bildungskarenz sind nicht dasselbe – auch wenn dies oft behauptet wird. Finden Sie hier die wichtigen Unterschiede zwischen zwei entfernten Verwandten.

Das Sabbatical repräsentiert ein spezielles Arbeitszeitmodell, bei dem es um eine berufliche Auszeit geht. Möglich wird diese Freistellung durch so genannte Langzeitkonten, auf denen Urlaub, Überstunden und auch Gehalt angespart werden. Das Dienstverhältnis bleibt dabei aufrecht. Die Bildungskarenz dient der beruflichen Weiterbildung und wird bei Anspruchsberechtigten vom AMS gegen Leistungsnachweis gefördert. Ein Zuverdienst ist möglich.

Sabbatical hat Charakter einer Teilzeitvereinbarung

In einigen Unternehmen besteht die Möglichkeit, dass der Dienstnehmer mit dem Dienstgeber ein Sabbatical vereinbaren kann. Der Dienstnehmer arbeitet (ohne sein Beschäftigungsausmaß zu vermindern) eine bestimmte Zeit für weniger Entgelt als bisher (Rahmenzeit). Dafür kann er sich danach eine „Auszeit“ nehmen, während der weiterhin das verminderte Entgelt bezogen wird (Freistellungsphase). Ein Sabbatical ist daher eine Dienstfreistellung für eine bestimmte Zeit gegen eine anteilige Kürzung der Bezüge innerhalb einer bestimmten Rahmenzeit. Es handelt sich dabei somit grundsätzlich um eine Teilzeitvereinbarung. Das während der Arbeitsphase eingearbeitete Zeitguthaben wird gesammelt und in der Freizeitphase geblockt konsumiert. Während eines Sabbaticals bleibt das Dienstverhältnis als auch die Pflichtversicherung bestehen.

Höheres Risiko der Dienstnehmerkündigung

Lange Sabbaticals (12 Monate) der Dienstnehmer sind für Unternehmer erfahrungsgemäß nicht ohne Risiko.  Die Kündigungsrate nach Langzeitsabbaticals ist nach Beobachtungen der Plattform monster.at höher als bei kürzeren Freistellungsphasen (bis zu sechs Monate), die für die Realisierung privater Vorhaben genutzt werden.

Bildungskarenz als Ausweg

Als echte Alternative für eine Berufspause hat sich  die Bildungskarenz etabliert. Nach sechs Monaten Dienstverhältnis kann sich ein Dienstnehmer für Weiterbildung freistellen zu lassen. Diese Freistellung muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Es  besteht kein Rechtsanspruch und keine Lohnfortzahlung.
Die Mindestdauer der Bildungskarenz beträgt 2 Monate. Maximal gibt es 12 Monate geförderte Bildungskarenz, ein Verbrauch in Abschnitten  – verteilt über vier Jahre – ist möglich. Dabei müssen mindestens 20 Wochenstunden an Weiterbildungsmaßnhamen absolviert werden. Das AMS verlangt. dabei einen Weiterbildungsnachweis in Form von Zeugnissen. Während der Bildungskarenz kommt das AMS für das „Weiterbildungsgeld“ in Höhe des Arbeitslosengeldes auf. Außerdem ist ein ein Zuverdienst im Ausmaß einer geringfügigen Beschäftigung erlaubt, und zwar auch beim gleichen Arbeitgeber.

 

Mehr zum Thema