Rauchverbot fällt: Volksbefragung bei 900.000 Unterschriften möglich

22. März 2018 Drucken
Rauchverbot fällt: Volksbefragung bei 900.000 Unterschriften möglich
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Wenn zumindest 900.000 das Volksbegehren „Don’t smoke“ unterschreiben, dann ist Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu einer verbindlichen Volksbefragung bereit. Das sagte er im ORF-Report .

Das eigentlich für Mai geplante Rauchverbot in der Gastronomie ist mit den Stimmen der Regierung im Parlament gefallen. Zugleich hat sich FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache am Dienstag im ORF-Report für eine verbindliche Volksbefragung ausgesprochen, sollten zumindest 900.000 das Volksbegehren „Don’t smoke“ unterschreiben.

Die direkte Demokratie „muss der Sieger sein“, sagte Strache, weshalb es erstmals in der Zweiten Republik durch eine Verfassungsänderung ein Recht auf eine rechtlich verbindliche Volksbefragung ab 900.000 Unterschriften geben soll. „Auch in dieser Frage“, so der Vizekanzler.

Rauchverbot ist abgesagt

Zuvor wird aber das Rauchverbot in der Gastronomie gekippt, obwohl bereits rund 540.00 Unterstützer „Don’t smoke“ unterschrieben haben. Ferner wird vom Nationalrat ein Verkaufsverbot für Unter-18-Jährige etabliert, das allerdings erst 2019 in Kraft tritt. Untersagt wird Rauchen in Fahrzeugen, wenn Jugendliche mit an Bord sind.

Todesrate von zehn Prozent weltweit

Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen, dass das Rauchen weltweit zehn Prozent aller Erwachsenen tötet. „Diese erschreckende Zahl nehmen wir zum Anlass, um allen Raucherinnen und Rauchern ein Überdenken ihrer Gewohnheiten ans Herz zu legen“, sagte der UNIQA-Mediziner Peter Kritscher am Tag vor der Debatte im Parlament um den Nichtraucherschutz.

Bares Geld sparen

Nichtraucher würden zudem bares Geld sparen, wie ein Vergleich der Prämien zeige. Bei einer UNIQA Risiko-Lebensversicherung, mit der sich die Familie oder Nahestehende für den Todesfall absichern lassen, zahlt ein 30-jähriger Raucher bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einer Deckungssumme von 100.000 Euro beispielsweise 16,58 Euro Prämie im Monat. Ein Nichtraucher hingegen zahlt entweder 9,46 oder 7,75 Euro und kann also mehr als die Hälfte sparen.

Hilfe zur Entwöhnung

Die Diskussion über Rauchverbote hat einen positiven Nebeneffekt: Rauchende Österreicher holen sich Hilfe zur Nikotinentwöhnung, so der IQVIA-PharmaTrend, der den Zeitraum 2013 bis 2017 beobachtet hat. Insgesamt zeigt das Barometer beim Absatz von Entwöhnungsprodukten mit 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 13,35 Mio. Euro leicht nach oben. Apotheken sehen eine fast stagnierende Nachfrage auf hohem Niveau. (APA)