Steuern: So funktioniert die Berechnung der Kleinunternehmergrenze

18. April 2018 Drucken
Steuern: So funktioniert die Berechnung der Kleinunternehmergrenze
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Umsätze von Kleinunternehmern sind bis zur Höhe von 30.000 Euro umsatzsteuerbefreit. Im Vorjahr hat sich die Berechnung der Umsatzhöhe verändert. LBG Österreich erklärt, wie die Behörden die Kleinunternehmergrenze neu definieren.

Kleinunternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes sind Unternehmer, deren Umsätze im betreffenden Veranlagungszeitraum 30.000 Euro nicht übersteigen. Bis 1.1.2017 hat die Regelung Umsätze aus Hilfsgeschäften und aus der Geschäftsveräußerung bei der Berechnung der Kleinunternehmergrenze ausgenommen. Mit Beginn des Vorjahres wurde die Berechnung der Umsatzgrenze geändert: Neben den Umsätzen aus Hilfsgeschäften und Geschäftsveräußerungen sind jetzt auch Umsätze im Zusammenhang mit gewissen umsatzsteuerfreien Lieferungen und Leistungen bei der Berechnung der Umsatzgrenze ausgenommen. Dies betrifft auch steuerbefreite Umsätze aus Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin.

Administrative Vereinfachung

Durch diese Änderung soll eine Vereinfachung für jene Unternehmer erreicht werden, die neben ihrer grundsätzlich umsatzsteuerfreien Tätigkeit auch geringe steuerpflichtige Umsätze erzielen, da die Anwendung der Kleinunternehmerregelung zum Beispiel auch in der Regel zum Entfall der verpflichtenden Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen führt.

Für Arztberuf von besonderem Interesse

Beispiel: Ein selbständiger Arzt erzielt umsatzsteuerfreie Einnahmen aus Heilbehandlungen im Humanbereich in Höhe von 100.000 Euro und umsatzsteuerpflichtige Einnahmen aufgrund der Erstellung von Gutachten in Höhe von 10.000 Euro (netto). Nach der alten Regelung wurde die Umsatzgrenze von 30.000 Euro überschritten. Gemäß der neuen Rechtslage sind die steuerfreien Umsätze aus Heilbehandlungen nicht in die Umsatzgrenze von 30.000 Euro miteinzubeziehen. Somit unterliegt der Arzt der Kleinunternehmerregelung, sofern er nicht hinausoptiert.

Kein Vorsteuerabzug

Zu beachten ist, dass es sich bei der Kleinunternehmerregelung um eine unechte Steuerbefreiung handelt. Dies bedeutet, dass dem Kleinunternehmer kein Vorsteuerabzug zusteht. Allerdings kann aus der Kleinunternehmerregelung hinausoptiert werden mit der Konsequenz, dass die Umsätze umsatzsteuerpflichtig sind und ein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann.

USt-Erklärung in Sonderfällen notwendig

Weiters hat der Kleinunternehmer, obwohl er grundsätzlich von der Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung befreit ist, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben, sofern im Veranlagungszeitraum ausnahmsweise doch Umsatzsteuer zu entrichten ist (z.B. beim innergemeinschaftlichen Erwerb).

 

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