Österreichische Forschungsquote erreicht 2018 wieder Rekordniveau

19. April 2018 Drucken
Österreichische Forschungsquote erreicht 2018 wieder Rekordniveau
© Bionorica SE

2018 werden in Österreich nach einer Schätzung von Statistik Austria voraussichtlich rund 12,3 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) ausgegeben. Die daraus resultierende Forschungsquote wird auf 3,19% ansteigen, was einer leichten Steigerung gegenüber 2017 entspricht (+0,03 Prozent).

Damit wird die Forschungsquote minimal über dem Niveau von 2017 (3,16%) und 2016 (3,15%) liegen sowie deutlich höher als 2015 (3,05%) sein. Von 2017 auf 2018 werden die Forschungsausgaben um 5,6% ansteigen, also stärker wachsen als das nominelle Bruttoinlandsprodukt (+4,9%). Die Forschungsquote beschreibt die Bruttoinlandsausgaben für F&E als Prozentsatz des nominellen Bruttoinlandsprodukts.

Starker Anstieg im letzten Jahrzehnt

Die F&E-Quote liegt bereits seit 2014 über den in der EU bis 2020 angestrebten 3%, aber unterhalb des österreichischen Zielwerts von 3,76%. In Zehnjahresabständen betrachtet stieg die Forschungsquote in Österreich stark an: So lag der Wert 2008 noch bei 2,57% und 1998 sogar erst bei 1,73%.

Heimische Unternehmen als Treiber

Mit rund 6,11 Mrd. Euro (+6,8% gegenüber 2017) werden die heimischen Unternehmen den Großteil der F&E in Österreich finanzieren. Rund 1,95 Mrd. Euro werden voraussichtlich aus dem Ausland für Forschung zufließen, vor allem durch multinationale Unternehmen, die in Österreich Forschungsstandorte betreiben.

© Statistik Austria

Staatliche Forschung liegt unter den Erwartungen

Der Staat wird 2018 mit rund 4,2 Mrd. Euro Forschung in Österreich finanzieren. Das sind um 4,3% mehr als 2017. Diese Steigerung liegt etwas unterhalb des prognostizierten Anstiegs des nominellen Bruttoinlandsprodukts von 4,9%. Fast 3,56 Mrd. Euro (+4,1% gegenüber 2017) sollen dabei vom Bund getragen werden (inklusive Forschungsprämien und F&E-Mittel der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung), rund 526 Mio. Euro von den Bundesländern. Weitere öffentliche Einrichtungen – wie etwa Gemeinden, Kammern oder Sozialversicherungsträger – werden rund 117 Mio. Euro beitragen. Die F&E-Finanzierung durch den privaten gemeinnützigen Sektor wird rund 71 Mio. Euro ausmachen.

Wirtschaft finanziert die Hälfte des F&E-Volumens

Von den gesamten 12,3 Mrd. Euro F&E-Ausgaben 2018 werden rund die Hälfte (49,5%) von den heimischen Unternehmen finanziert werden, 34,1% vom Staat und 15,8% aus dem Ausland. Der Anteil des privaten gemeinnützigen Sektors wird bei rund 0,6% liegen.

 

Berichtsjahr Bruttoinlandsausgaben für F&E
in Millionen Euro in Prozent des BIP
1998 3.399,84 1,73
1999 3.761,80 1,85
2000 4.028,67 1,89
2001 4.393,09 1,99
2002 4.684,31 2,07
2003 5.041,98 2,17
2004 5.249,55 2,17
2005 6.029,81 2,37
2006 6.318,59 2,36
2007 6.867,82 2,42
2008 7.548,06 2,57
2009 7.479,75 2,60
2010 8.066,44 2,73
2011 8.276,34 2,67
2012 9.287,84 2,91
2013 9.571,28 2,95
2014 10.275,18 3,09
2015 10.499,15 3,05
2016 11.133,23 3,15
2017 11.679,31 3,16
2018 12.336,88 3,19

 

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