Warum Schweinebauern heuer deutlich weniger verdienen

26. Juni 2018 Drucken
Warum Schweinebauern heuer deutlich weniger verdienen
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Die Exporte der heimischen Schweinebauern nach Asien sind deutlich zurückgegangen. Die Verkaufspreise sind dadurch deutlich gefallen.

Österreichs Schweinebauern verdienen heuer deutlich schlechter als noch vergangenes Jahr. Grund ist, dass der schwächelnde Appetit auf Schwein in Asien, den EU-Preis drückt, wie die Landwirtschaftkammer Oberösterreich am Montag in Linz bekannt gab. 2017 sei mit hohen Preisen ein Ausnahmejahr gewesen, heuer ist der Erlös je Mastschwein auf rund 160 Euro gefallen – ein Minus von 12 Prozent.

Es sei zwar erwartet worden, dass das laufende Jahr nicht an das Preisniveau von 2017 herankommt, doch die Ergebnisse der ersten sechs Monate seien unter den Prognosen, so die Kammer. Für die Mastbetriebe bedeutet das hohe Gewinneinbußen. Beim Deckungsbeitrag, also dem, was nach Abzug der variablen Kosten für Lohn und Fixkosten bleibt, gebe es ein Minus von rund 50 Prozent gegenüber 2017.

Export ist von zentraler Bedeutung

„Es zeigt sich leider die hohe Abhängigkeit des europäischen und damit auch des österreichischen Marktes für Schweinefleisch vom Export in Drittländer“, sagte Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Wenn in Asien der Markt schwächle, spüre das die europäische Schweinebranche.

Oberösterreich hält 40 Prozent des Gesamtbestandes

Mit einem Schweinebestand von rund 1,12 Millionen Tieren, davon 95.000 Muttersauen, halten Oberösterreichs Betriebe etwa 40 Prozent des österreichischen Bestandes. Oberösterreich ist damit das mit Abstand produktionsstärkste Bundesland. Bei rund 2.000 von insgesamt 6.000 Betrieben mit Schweinehaltung kommt das Einkommen ausschließlich oder überwiegend aus dieser Betriebssparte. (APA)