Innovationsmilliarde: Jedes dritte KMU will mit Start-ups kooperieren

03. Juli 2018 Drucken
Innovationsmilliarde: Jedes dritte KMU will mit Start-ups kooperieren
© BMVIT/Johannes-Zinner

Jedes dritte KMU kann sich eine Zusammenarbeit speziell im Bereich Neue Technologien, Software und Internet (64 Prozent) mit Start-ups vorstellen. Trotz der Digitalisierung halten die Unternehmer den Faktor Mensch für das Unternehmer weiterhin als das Wichtigste.

Mit wachsendem Innovationsdruck hält jedes dritte KMU eine Zusammenarbeit mit Start-ups in den nächsten zwei bis drei Jahren für wahrscheinlich.  Die überwältigende Mehrheit (85 Prozent) der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sieht auch die Notwendigkeit zur Digitalisierung. 

Das ergab eine IMAS-Umfrage unter 900 österreichischen KMU im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen. Erste Bank und Sparkassen stellen seit 2014 jährlich eine Milliarde Euro zur Verfügung, um innovative Ideen, Projekte oder Geschäftsmodelle zu finanzieren.

Erfolgsfaktor Mitarbeiter

Jedes dritte Unternehmen kann sich eine Zusammenarbeit speziell im Bereich Neue Technologien, Software und Internet (64 Prozent) mit Start-ups vorstellen. Trotz steigender Digitalisierung bleibt der Faktor Mensch für Unternehmer weiterhin das Wichtigste: 99 Prozent sehen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Haupterfolgsfaktor. Weit mehr als die Hälfte (59 Prozent) der KMU halten die Zusammenarbeit mit Start-ups in der Ausbildung ihrer Mitarbeiter für besonders sinnvoll. Verbesserungspotential mithilfe von Start-ups sieht jedes zweite Unternehmen auch bei der Optimierung von Arbeitsprozessen (55 Prozent) und dem effizienten Arbeiten (54 Prozent).

KMU zeigen erhöhte Investitionsfreude

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen KMU in Digitalisierung und Innovationen investieren. Erste Bank und Sparkassen haben allein 2017 12,6 Milliarden Euro an Neukrediten für Firmenkunden vergeben. Dabei bewerten Unternehmen das Marktumfeld heuer besser als noch letztes Jahr: 2017 haben drei Viertel (75 Prozent) das Umfeld als zunehmend schwieriger wahrgenommen – 2018 sind es hingegen knapp zwei Drittel (59 Prozent) aller befragten Unternehmen. Dies macht sich auch in der Investitionsfreude der Unternehmen bemerkbar. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) plant eine Finanzierung. 85 Prozent konnten in der Vergangenheit problemlos ihre Innovationsvorhaben verwirklichen, lediglich 15 Prozent gaben an, diese nicht umsetzen zu können. Bei Kreditvergaben spielen viele Faktoren eine Rolle. Die Projektqualität und der Businessplan sind entscheidende Kriterien.

1 Milliarde Euro für Innovationen

„Wir wollen die wachsende Investitionsfreude der heimischen Unternehmen finanzieren“,  betont Stefan Dörfler, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Oesterreich bei der Präsentation der Umfrage. Dafür stellen Erste Bank und Sparkassen seit 2014 jährlich eine Milliarde Euro zur Verfügung, um innovative Ideen, Projekte oder Geschäftsmodelle zu finanzieren. „Die Nachfrage ist groß, deshalb stocken wir unseren Innovationstopf für Finanzierungen wieder um eine Milliarde Euro auf“, erklärt Dörfler. Damit stehen ab sofort 1,1 Milliarden Euro für innovative Projekte zur Verfügung. Unter http://innovationsmilliarde.erstebank.at können Unternehmer ihre Projekte einreichen

Neues Finanz-Cockpit für Unternehmen: Telebanking Pro

Da Unternehmen mit steigender Innovation auch immer mehr Anforderungen an ihr Banking stellen, arbeiten Erste Bank und Sparkassen bereits an der Weiterentwicklung eines neuen Online Bankings für Unternehmen. Auf der Plattform Telebanking Pro können künftig auch andere Dienstleistungen, wie etwa Bonitätsprüfungen schnell und unkompliziert abgewickelt werden. Telebanking Pro ist schon jetzt verfügbar und im Laufe des Jahres werden weitere Funktionen und Dienste auf der Plattform eingebunden. Die Nutzung ist anders als bei bisherigen Zahlungsverkehrsdiensten im Firmenkundengeschäft auch mobil möglich.

Banken erste Anlaufstelle bei Investitionsvorhaben

Dreiviertel (76 Prozent) aller befragten KMU ziehen einen klassischen Bankkredit, anderen Finanzierungsformen vor. Damit sind Banken noch immer die erste Anlaufstelle bei Investitionsvorhaben. Zwei Drittel (61 Prozent) aller KMU interessieren sich für geförderte Kredite. Etwa die Hälfte (54 Prozent) der KMU würde eine Eigenkapitalerhöhung in Betracht ziehen, fast ebenso viele Leasing (50 Prozent). Crowdfunding ist laut Umfrage eine Finanzierungsform, die nur in ausgewählten Fällen in Betracht gezogen wird (8 Prozent).

KMUs in Zahlen laut Statistik Austria

99,7 Prozent der Unternehmen in Österreich sind Klein- und Mittelständische Unternehmen – in genauen Zahlen sind das 328.850. Knapp 2,0 Millionen Menschen sind in einem solchen Unternehmen beschäftigt – davon 1,6 Millionen in einem unselbstständigen Beschäftigungsverhältnis. KMU erwirtschaften über 60 Prozent der Umsatzerlöse der marktorientierten Wirtschaft und haben einen jährlichen Umsatz von 455 Milliarden Euro.

Zur Umfrage

Die Erste Bank beauftragte das Meinungsforschungsinstitut IMAS für eine KMU-Umfrage. In der Zeit vom 5.3. bis 23.3.2018 wurden Klein- und Mittelbetriebe zum wirtschaftlichem Umfeld, Innovation und Start-ups befragt. Insgesamt wurden 900 Interviews mit KMUs (2 bis 50 Mio. Euro Jahresumsatz) in ganz Österreich durchgeführt.