Cyberkriminalität : So schützen „Watchlisten“ vor Netzbetrügern

11. Juli 2018 Drucken
Cyberkriminalität : So schützen „Watchlisten“ vor Netzbetrügern
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Jährlich werden in Österreich hunderttausende Verbraucher und zahlreiche Unternehmen Opfer von Cyberkriminalität. Die Täter profitieren von der hohen Anonymität im Internet. Hilfe im Kampf gegen Netzbetrüger liefern kostenlose Internetseiten, die vor den aktuellsten Fake-Shops und Phishing-Mails warnen. 

Auch wer Opfer eines Internet-Betrugs wurde, trägt mitunter hohe finanzielle Schäden davon. In einer Studie des Versicherungsverbandes aus dem Vorjahr werden durchschnittlich 480 Euro als entstandene Schadenssumme  angegeben. Doch Internetkriminalität hat nicht immer nur finanzielle Auswirkungen, auch auf psychischer Ebene können die Schäden enorm sein: 72 Prozent der von Schadensfällen Betroffenen geben in der KFV Untersuchung eine starke bis mittlere seelisch-emotionale Beeinträchtigung durch einen Vorfall an. Den stärksten psychischen Beeinträchtigungsgrad zeigen Opfer von psychischer Integrität (Mobbing) und Identitätsdiebstahl.

Hier wird geholfen

Privaten wie betrieblichen Nutzern wird auf kostenfreien Internetseiten geholfen (Watchlisten) , wie beispielsweise www.watchlist-internet.at, auf denen die bekanntesten Fake-Shops im Internet angeführt werden. Die Watchlist Internet ist eine unabhängige Informationsplattform zu Internet-Betrug und betrugsähnlichen Online-Fallen aus Österreich. Sie informiert über aktuelle Betrugsfälle im Internet und gibt Tipps, wie man sich vor gängigen Betrugsmaschen schützen kann. Opfer von Internet-Betrug erhalten konkrete Anleitungen für weitere Schritte.

Von Abo-Fallen bis Lösegeld-Trojanern

Die Watchlist Internet ist ein Projekt des Internet Ombudsmann und wird vom ACR-Institut Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) umgesetzt. Aktuelle Schwerpunktthemen der Watchlist Internet sind u.a.: Abo-Fallen, Kleinanzeigen-Betrug, Phishing, Abzocke über Handy und Smartphone, Fake-Shops, Markenfälschungen, Scamming bzw. Vorschussbetrug, Facebook-Betrug, Gefälschte Rechnungen, Gefälschte Abmahnungen, Lösegeld-Trojaner.

Kleine Unternehmen besonders gefährdet 

Dass Cyberkriminalität nicht nur Privatpersonen betrifft, zeigt eine KPMG Studie. So geben 30 Prozent der befragten Unternehmen an, schon einmal durch ein Cybercrimedelikt geschädigt worden zu sein. Gefragt ist, ein integrierter und ausgewogener Ansatz, der Menschen und Prozesse ebenso berücksichtigt wie Technologien. Das Wichtigste: Cyber Security muss endlich „Chefsache“ werden. Nur so können sich Unternehmen langfristig gegen Cyberkriminalität wehren.

Tipps für die eigene Sicherheit im Internet

  • Verwenden Sie bei der Wahl von Passwörtern Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben und wechseln sie Ihre Passwörter immer wieder.
  • Benutzen Sie für Zahlungen im Internet ausschließlich sichere Verbindungen (https://). Das öffentliche WLAN sollte für Zahlungen keinesfalls verwendet werden.
  • Gehen Sie sorgsam mit persönlichen Daten – ganz besonders Kontodaten – um.
  • Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig.
  • Ignorieren und löschen Sie E-Mails von Unbekannten und öffnen Sie in den Mails enthaltene Zip-Dateien und Links auf keinen Fall.
  • Vertrauen Sie auf Ihren Hausverstand. Seien Sie besonders bei Angeboten, die deutlich günstiger sind als im regulären Handel, vorsichtig.

 

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