Traditionelle Arbeitswelt: Warum sich Heimarbeit kaum durchsetzt

24. Juli 2018 Drucken
Traditionelle Arbeitswelt: Warum sich Heimarbeit kaum durchsetzt
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Das Home Office wird nur eingeschränkt genutzt. Präsenz steht unverändert für Leistung. Eine Studie hat die Haltung der heimischen Unternehmen zum Thema Heimarbeit abgefragt.

Obwohl flexible Arbeitsmodelle viel diskutiert werden, fällt der Arbeitsalltag in den meisten österreichischen Unternehmen noch recht klassisch aus. Präsenz steht für Leistung. Das Home Office wird nur eingeschränkt genutzt.

Das zeigt eine Studie von Deloitte in Zusammenarbeit mit der Universität Wien und der FH Oberösterreich, für die 412 Unternehmensvertreter zum Thema Heimarbeit befragt wurden. Statista.de hat die Daten aufbereitet.

Großes Angebot – wenige Nutzer

Demnach bieten zwar 90 Prozent der Unternehmen grundsätzlich Home Office bzw. Telearbeit an. Genutzt wird die Möglichkeit zur Heimarbeit aber in der Mehrheit dieser Unternehmen (52 Prozent) nur von wenigen Einzelpersonen. Lediglich in jedem fünften Betrieb (20 Prozent) arbeiten die Hälfte oder mehr Mitarbeiter auch von zu Hause aus. Dabei bestehen je nach Branche und Firmengröße deutliche Unterschiede.

Präsenz zählt – Heimarbeit unsichtbar

Die geringe Nutzung hängt wohl auch mit der nach wie vor gewünschten Präsenz der Beschäftigten am Arbeitsplatz zusammen. Insgesamt 77 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu, die Anwesenheit ihrer Mitarbeiter im Betrieb sei von großer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund, so die Vermutung der Studienautoren, befürchteten viele Arbeitnehmer Karriererisiken, wenn sie von außerhalb arbeiten. Barbara Keller von Deloitte Österreich sieht diese Unternehmenskultur kritisch: „Präsenz gilt immer noch als Indikator für gute Leistung. Deshalb wird Home Office oft nur eingeschränkt genutzt. Es braucht dringend die Etablierung einer Ergebnis- statt einer Anwesenheitskultur.“

Home office