Gastro-Lehrlinge im Raucherraum: Warum eine 75prozentige Reduktion zu wenig ist

16. August 2018 Drucken
Gastro-Lehrlinge im Raucherraum: Warum eine 75prozentige Reduktion zu wenig ist
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Ein Verordnungsentwurf für Gastronomie-Lehrlinge sieht vor, dass Jugendliche bis zu einer Stunde pro Tag in einem Raucherraum arbeiten dürften. Aktuell dürfen sie bis zu vier Stunden im Raucherbereich tätig sein, Ärzte warnen trotzdem.

Ein Verordnungsentwurf für Gastronomie-Lehrlinge des Sozial- und Gesundheitsministeriums sieht vor, dass Jugendliche bis zu einer Stunde pro Tag in einem Raucherraum arbeiten dürften.

Die Verordnung soll für Jugendliche gelten, die ab 1. September ihren Job antreten. Inhaltlich stellt der Entwurf eine Verbesserung dar. Die derzeitige Regelung im Tabakgesetz besagt, dass die Ausbildung oder Beschäftigung Jugendlicher überwiegend in jenen Räumen zu erfolgen hat, in denen nicht geraucht werden darf, sofern der Betrieb über solche Räume verfügt. „Überwiegend“ heiße bei einem Arbeitstag von acht Stunden, dass Jugendliche knapp vier Stunden im Raucherraum beschäftigt werden dürfen. Die nunmehrige Begrenzung auf eine Stunde bedeute eine Reduktion um 75 Prozent, heißt es in den Erläuterungen zu dem Entwurf, der als Paragraf 7a Aufnahme in das Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz finden soll.

Einschränkungen vorgesehen

Für bestehende Lehrverhältnisse ist eine Übergangsregelung mit der Einschränkung vorgesehen, dass räumliche oder organisatorische Gründe gegen die Einhaltung der Ein-Stunden-Grenze sprechen. Lehrlinge, die in einen rauchfreien Gastronomiebetrieb wechseln wollen, sollen dabei unterstützt werden.

Ärzte warnen

Die Lungenfachärzte warnen aktuell in einer Aussendung eindringlich, dass jegliche Rauchexposition die Gesundheit schädigt, besonders aber bei Jugendlichen schwerwiegende gesundheitliche Folgen auftreten könnten. „Aber auch die Tatsache, dass alle Gastro-Lehrlinge, die vor dem 1. September ihr Lehrverhältnis begonnen haben, für ihre gesamte Lehrzeit der alten Regelung unterliegen, die einen noch deutlich längeren Aufenthalt der im Raucherbereich zulässt, wird von der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) angeprangert“, hieß es in der Aussendung. Diese Jugendlichen seien besonders massiv von einem völlig unzureichenden Nichtraucherschutz betroffen. (APA/red)