Einzelhandelsbranche: Der Strukturwandel verlangsamt sich

21. August 2018 Drucken
Einzelhandelsbranche: Der Strukturwandel verlangsamt sich
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Der Strukturwandel der Einzelhandelsbranche verliert an Dynamik. Der Rückgang der Zahl an Geschäften war 2017 deutlich schwächer als in den Jahren davor. Die Verkaufsfläche bleibt konstant.

Der Strukturwandel der Einzelhandelsbranche verliert an Dynamik. Der Rückgang der Zahl an Geschäften war 2017 deutlich schwächer als in den Jahren davor. Die Verkaufsfläche bleibt konstant.

2017 flacht der Strukturwandel im stationären Einzelhandel ab, heißt es in einer Studie der KMU-Forschung Austria im Auftrag der Bundessparte Handel der WKÖ. Für diese Tendenz waren bereits 2016 erste Anzeichen erkennbar, heißt es. Konkret bedeutet das: Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte ist mit 1 Prozent bzw. 400 Geschäften deutlich geringer gesunken als in den Vorjahren. Der Verkaufsflächenrückgang kommt zum Erliegen, die Einzelhandelsverkaufsfläche bleibt gegenüber 2016 konstan. Eine Stabilisierung zeige sich auch hinsichtlich Konzentrationstendenzen.

Neue standortspezifische Fragestellung

Die Studie „Strukturanalyse im stationären Einzelhandel 2018“ bildet zentrale Entwicklungen im stationären Einzelhandel in Österreich ab. Neuer Bestandteil der seit vielen durchgeführten repräsentativen Studie sind erstmals standortspezifische Analysen für Geschäftsstraßen, Einkaufs- und Fachmarktzentren sowie für Fachmarktagglomerationen

Einzelhandelsverkaufsflächen in Österreich

Aktuell stehen den Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich 37.400 Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von rund 13,7 Millionen Quadratmeter für ihren Einkauf zur Verfügung. Damit liegt die Einzelhandelsverkaufsfläche in Österreich mit 1,56 Quadratmeter pro Einwohner/-in weiter im europäischen Spitzenfeld, nämlich im EU-28-Ranking auf Platz 3 hinter Belgien und den Niederlanden. Die Studie zeigt auch, dass die Flächenproduktivität 2017 gestiegen ist. Mit dem Konjunkturaufschwung gehen steigende Quadratmeterumsätze im stationären Einzelhandel einher.

Kaufkraftabfluss zu ausländischen Internetkonzernen

Die Studie zeigt auch, dass der Kaufkraftabfluss zu ausländischen Internetkonzernen einen Beitrag zum Strukturwandel im heimischen Einzelhandel leistet.

Standort-spezifische Analysen

Die standortspezifischen Analysen lieferten interessante Details. Aktuell liegen von den insgesamt 37.400 Einzelhandelsgeschäften in Österreich 6.060 in den analysierten 22-Top-Geschäftsstraßen. Der Angebotsmix in den Innenstädten verändert sich hin zu Gastronomie und Dienstleistungen. In den 235 Einkaufs- und Fachmarktzentren (EKZ/FMZ) befinden sich 6.160 Einzelhandelsgeschäfte, die in Summe knapp 2,9 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche auf sich vereinen – „ein Teil davon liegt in innerstädtischen Geschäftsstraßen. Die Wachstumskurven bei den EKZ/FMZ verflachen jedoch in den vergangenen Jahren.  Auch die Dynamik bei den Fachmarktagglomerationen (FMA) schwächt sich ab. Die 253 Fachmarktagglomerationen (Stand 2016) beherbergen 2.980 Einzelhandelsgeschäfte mit einer Einzelhandelsverkaufsfläche von knapp 4,3 Millionen Quadratmeter.

 

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