„Fühlen, Sehen, Kippen“: Neue 100- und 200-Euro-Banknoten kommen im Mai 2019

18. September 2018 Drucken
„Fühlen, Sehen, Kippen“: Neue 100- und 200-Euro-Banknoten kommen im Mai 2019
© European Union 2018/ European Central Bank

Die neuen 100- und 200-Euro-Scheine der „Europa-Serie“ kommen ab 28. Mai 2019 in den Umlauf. Neue Sicherheitsmerkmale sollen Fälschern die Arbeit erschweren. 

Die neuen 100- und 200-Euro-Scheine der „Europa-Serie“ kommen ab 28. Mai 2019 in den Umlauf. Neue Sicherheitsmerkmale sollen Fälschern die Arbeit erschweren. 

Mit „Fühlen, Sehen, Kippen“ kann man die Sicherheitsmerkmale der neuen 100- und 200-Euro-Scheine der „Europa-Serie“ beschreiben. Mit diesem System sollte die Echtheit der Geldscheine leicht überprüfbar sein und das Fälschen weiterhin erschwert, betonte OeNB-Direktoriumsmitglied Kurt Pribil bei der Banknoten-Präsentation am Montag. Das Relief auf beiden Banknotenrändern stehe fürs „Fühlen“. Beim 100-Euro-Schein sei das Relief einmal und beim 200-Euro-Schein zweimal unterbrochen. „Auf diese Art kann man die Sicherheit auch erfühlen“, so der Direktor der Nationalbank (OeNB).

Identifizierbar für Sehbehinderte

Die zukünftigen Geldscheine würden sich somit auch besser für Sehbehinderte eignen. Zu „Sehen“ gebe es auf den neuen Scheinen einerseits das Fenster mit dem Europa-Symbol, das bereits auf 20- und 50-Euro-Scheinen auffindbar ist. Zum anderen würde beim Kippen die Smaragdzahl links unten einen Lichtbalken erzeugen, der über die Zahl fährt. Dabei verändere sich die Farbe von smaragdgrün zu tief blau.

Hologramm wird sichtbar

Eine spannende Neuigkeit sei das sogenannte Satelliten-Hologramm oben rechts. „Beim Kippen kreist das Euro-Zeichen satellitenartig um die Zahl herum“, so Pribil. Die Geldscheinfarben wurden ebenfalls geändert – der Hunderter wird gelblicher, der Zweihunderter bräunlicher. Aufgrund von Beschwerden vieler Verbraucher seien die neuen Scheine auch schmäler und auf die Breite der 50-Euro-Scheine angepasst, damit sie leichter in Geldtaschen passen.

Umstellung wird schnell gehen

Bis zum Ausgabenzeitpunkt sollten 2,3 Milliarden Stück Hunderter und 700 Millionen Zweihunderter produziert werden, davon jeweils 55 Millionen in Österreich. „Die Umstellung beim Hunderter wird schneller vorangehen als beim Fünfziger – innerhalb von drei Monaten,“ erläuterte Pribil. In den ersten drei Monaten werden Bankomaten zwar noch keine neuen Hunderter ausgeben, nach drei Monaten jedoch nur noch die neuen. Die kommenden 100- und 200-Euro-Scheine werden die in 2013 eingeführte „Europa-Serie“ somit abschließen.

© European Union 2018/ European Central Bank

OeNB will 200er behalten

Auf die Frage, ob eine Abschaffung von 200-Euro-Scheinen nicht auch sinnvoll wäre, betonte Pribil: „Wir waren bereits vehement gegen die Abschaffung vom Fünfhunderter. Wir wollen den Zweihunderter auf jeden Fall beibehalten. Dieser sollte in „vielen Fällen“ die Bedeutung des 500-Euro-Scheins ersetzen. „Wir sind mit einem steigenden Umlauf konfrontiert. Das hat viel mit Hortung und Reservehaltung der Banknoten zu tun“, erklärt Pribil. Darum seien auch hohe Werte nachgefragt.

Vierfaches Volumen seit 2002

Der Euro-Bargeldumlauf hat sich seit der Euroeinführung 2002 vervierfacht. Im Juni 2018 waren in der gesamten EU 1.181,50 Milliarden Euro an Bargeld im Umlauf, davon rund 29,6 Mrd. Euro in Österreich. Die Zahl der umlaufenden Banknoten hat sich seit 2002 auf 21 Milliarden Stück verdreifacht.

Eine Fälschung auf  70.000 Banknoten

Die verbesserten Banknoten sollten auch das Fälschen weiterhin einschränken. In Europa komme auf etwa 33.000 echte Banknoten eine gefälschte, in Österreich ist das Verhältnis sogar 70.000 zu eins.

Bargeld bleibt gefragt

Laut der aktuellen Umfrage der OeNB wollen 70 Prozent der Österreicher, dass das Bargeld seine derzeitige Bedeutung beibehält. 24 Prozent der Bevölkerung ist das Bargeld eher egal, aber ohne diese Zahlungsart wollen sie trotzdem nicht leben. Der Umfrage zufolge wird das Bargeld vor allem für seine Eigenschaften geschätzt: es ist einfach, praktisch, schnell, es bietet Ausgabenüberblick und wahrt Anonymität. (APA)