Dritter Markt kommt: So dürfen KMU ab Jänner an die Börse

25. Oktober 2018 Drucken
Dritter Markt kommt: So dürfen KMU ab Jänner an die Börse
© Wiener Börse AG

Die Kapitalbeschaffung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) soll durch eine Stärkung des Dritten Marktes erleichtert werden.

Der Nationalrat verabschiedete gestern mit den Stimmen der Regierungsparteien und der NEOS entsprechende Änderungen im Aktiengesetz, durch die auch nicht börsennotierten Gesellschaften die Möglichkeit der Verwendung von Inhaberaktien eröffnet wird.

„direct market“ startet im Jänner

Mit der Gesetzesänderung ist der regulatorische Weg frei für das von der Wiener Börse geplante neue Marktsegment „direct market“ für kleine und mittelgroße Aktiengesellschaften. Am 21. Jänner sollen laut Wiener Börse die neuen Marktsegmente „direct market“ und „direct market plus“ starten und den derzeitigen „mid market“ ablösen.

Niedrige Eintrittsschwellen

Um Zugang zum „direct market“ zu haben, muss ein Unternehmen eine Aktiengesellschaft (AG) sein und laut Börse eine Aktionärszahl im „niedrigen zweistelligen Bereich“ vorweisen. Beim „direct market plus“ kommen weitere Voraussetzungen dazu, unter anderem ein veröffentlichter Jahresabschluss, ein Halbjahresbericht, die Veröffentlichung eines Unternehmenskalenders im Internet und Begleitung des Unternehmens durch einen Capital Market Coach. Laut Börse-Chef Christoph Boschan zeigten konkrete Absichtserklärungen von Unternehmen den bestehenden Bedarf an einem derartigen Segment.

Dritter Markt

Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) erwartet von der Novelle wichtige Impulse für kleine und mittlere Unternehmen: „Mit der Öffnung des ‚Dritten Markets‘ für KMU fördern wir Inlandsinvestitionen, sichern Arbeitsplätze und setzen absolut eigenkapitalstärkende Initiativen, die für weiteres Wachstum sorgen“, so Löger. „Die Öffnung des Dritten Markets an der Wiener Börse für Klein- und Mittelunternehmen ist ein wichtiger Schritt, damit sich diese neues Kapital holen können“, zeigte sich auch der freiheitliche Finanzsprecher Hermann Brückl erfreut.

Andere Stimmen

Die SPÖ sieht laut Aussendung einen Rückschritt, da der Handel mit Inhaberaktien seinerzeit als Mittel im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eingeführt worden war. Das Aktienforum begrüßt die Öffnung des Dritten Markets für Inhaberaktien und sieht die Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch andere Gesetzesvorhaben gesetzt. (APA)

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