Talent Management: Welche Mitarbeiter fördern Sie?

29. Oktober 2018 Drucken
Talent Management: Welche Mitarbeiter fördern Sie?
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In nur jeder dritten Firma können sich Mitarbeiter auch abseits klassischer Karrierepfade entwickeln. In über 70 Prozent der österreichischen Unternehmen ist das Talent Management nur auf Führungspositionen ausgerichtet.

So heißt es in einer Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum.  Kienbaum befragte Personaler und Talente getrennt. Die Ergebnisse für Österreich lassen dieselben Tendenzen wie im Rest Europas erkennen.

Welche Eigenschaft ist für das Unternehmen wesentlich?

Talent Management bedeutet, dass ein Unternehmen festlegt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten besonders wichtig für den Unternehmenserfolg sind, die Talente identifiziert, die diese Kompetenzen haben und diese systematisch entwickelt, fördert und versucht langfristig zu halten. Für diesen Prozess haben allerdings nur 50 Prozent der von Kienbaum befragten österreichischen Unternehmen eine Strategie und haben somit definiert, wer für sie besonders erfolgsrelevant ist und gefördert werden sollte. Im europäischen Vergleich (40 Prozent) findet sich in Österreich zudem ein stärkerer Fokus auf detaillierte und komplexe Prozess- und Ablaufpläne für das Talent Management (56,7 Prozent). Dennoch fällt die Zufriedenheit der Talente (35,7 Prozent) nicht höher als im Rest Europas (38 Prozent).

Elitäre Definition greift zu kurz

Die Kienbaum-Studie zeigt: Drei Viertel der österreichischen Personalabteilungen arbeiten immer noch mit einem sehr homogenen Talenteprofil für ihre sogenannten High Potentials, um damit die Besetzung von vordefinierten Schlüssel- und Führungspositionen langfristig zu sichern. Nur knapp ein Fünftel aller Befragten gibt an, dass in ihrem Unternehmen grundsätzlich jeder als Talent gilt und gefördert wird. Das bedeutet dann nicht, dass jeder auch gleich stark gefördert wird. „Vielmehr müssen Unternehmen für sich selbst definieren, welche Talente für sie in Zukunft relevant sind“, heißt es in der Untersuchung. Aus der Studie geht allerdings auch hervor, dass Unternehmen mit einer weiter gefassten Definition des Talentbegriffs innovativer sind als die mit elitärer Talentdefinition. Integrativere Talentdefinitionen werden benötigt.

Weiterentwicklung mit Eigenverantwortung

Die Personalverantwortlichen unterschätzen in Sachen Weiterentwicklung die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit der Talente: 73 Prozent der Mitarbeiter sehen sich als hauptverantwortlich für ihr eigenes Fortkommen im Unternehmen, während lediglich 40 Prozent der befragten Personaler angeben, dass die Mitarbeiter selbst ihre Entwicklung in der Organisation steuern können. Laut Kienbaum bedeutet dies: Fähige Mitarbeiter sind heute die besten Experten für ihre eigene Karriere. Ihre Führungskräfte sollten durch individuelles Coaching und dauerhaften Dialog beraten, aber keine strikten Pläne vorgeben.

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