Robust, aber verlangsamt: Österreichs BIP-Wachstum läßt nach

31. Oktober 2018 Drucken
Robust, aber verlangsamt: Österreichs BIP-Wachstum läßt nach
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Das BIP-Wachstum ist in Österreich auch im dritten Quartal schwächer geworden, wenngleich die Dynamik von Experten weiter als robust eingeschätzt wird.

Das Wirtschaftswachstum hat sich gegenüber dem Vorquartal auf real 0,5 Prozent abgebremst, nach 0,6 Prozent Zuwachs im zweiten und 0,8 Prozent Plus im ersten Vierteljahr. Auch im Jahresabstand verringerte sich das BIP-Wachstum (Bruttoinlandsprodukt).

Deutlich schwächeres Wachstum

Von Juli bis September betrug es real 2,4 Prozent, nach 2,7 Prozent im zweiten und 3,7 Prozent im ersten Quartal. Laut saison- und arbeitstagsbereinigter Betrachtung, auf die das EU-Statistikamt Eurostat abstellt, lag das BIP im dritten Quartal um 0,4 Prozent über dem zweiten Quartal; Euroraum und EU-28 wuchsen mit 0,2 und 0,3 Prozent etwas schwächer.

Export bleibt stark, Industrie wächst langsamer

Neben der anhaltend robusten Binnenkonjunktur (Konsum- und Investitionsnachfrage) lieferte der Außenhandel im dritten Quartal erneut einen positiven Wachstumsbeitrag, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Die konjunkturelle Grunddynamik verlor demzufolge zuletzt jedoch leicht an Schwung. In der Industriekonjunktur fiel die Abschwächung etwas stärker aus, im Dienstleistungsbereich (vor allem Tourismus) verlief das Drittquartal weiterhin kräftig.

Positive Wachstumsimpulse weiter vorherrschend

Trotz einer Abschwächung im Jahresverlauf bleibt die heimische konjunkturelle Dynamik robust, betont das Wifo – mit positiven Wachstumsimpulsen sowohl aus dem In- als auch dem Ausland. Erneut erwies sich zuletzt die Konsumnachfrage als stabile Wachstumsstütze: Die Nachfrage der privaten Haushalte (inkl. privater Organisationen ohne Erwerbszweck) expandierte im Quartalsabstand um 0,4 Prozent, ebenso stark wie die öffentlichen Konsumausgaben.

Investitionsneigung etwas weniger ausgeprägt

Auch die Investitionen wurden erneut ausgeweitet, wenn auch langsamer. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestments, die die Ausrüstungs- und Bauinvestitionen umfassen, stieg um 0,7 Prozent, nach durchschnittlich +1,1 Prozent im ersten Halbjahr. Parallel nahm auch die Importdynamik zuletzt ab (+0,3 Prozent nach +0,7 Prozent im zweiten Quartal). Bei einer stärkeren Ausweitung der Exporte (+0,6 Prozent) trug laut Wifo erneut der Außenhandel positiv zum Wirtschaftswachstum bei.

Industrie als Hauptindikator für Abschwächung

In der Industriekonjunktur flachte das Wachstumstempo den Experten zufolge zuletzt ab. Die Wertschöpfung in der Sachgütererzeugung wuchs um 0,6 Prozent, nach 1,0 Prozent im zweiten und 1,4 Prozent im ersten Quartal. Am Bau blieb die konjunkturelle Dynamik gut, die Wertschöpfung wuchs um 0,3 Prozent, die Nachfrage nach Bauinvestitionen um 0,4 Prozent.

Tourismus bleibt stark

Anhaltend positive Beiträge zum Wachstum kamen erneut von den Marktdienstleistungen (+0,7 Prozent), im Handel stieg die Wertschöpfung um 0,3 Prozent, ähnlich wie im ersten Halbjahr. Der Bereich Beherbergung und Gastronomie expandierte um 1,2 Prozent und damit weiter sehr kräftig.

Nächste Vorschau Ende Dezember

Die nächsten vierteljährlichen Konjunkturprognosen von Wifo und IHS sollen am 20. Dezember vorgelegt werden. (APA)