Pauschalreiseverordnung: So funktioniert die Tourismusversicherung

14. November 2018 Drucken
Pauschalreiseverordnung: So funktioniert die Tourismusversicherung
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Mit 1.10. ist die Pauschalreiseverordnung in Kraft getreten. Mit einem von der ÖHT und dem Fachverband Hotellerie entwickelten Modell der Tourismusversicherung entfallen für die Betriebe die sonst obligatorischen Melde- und Dokumentationsverpflichtungen. 

Seit 1. Oktober 2018 sind Umsätze aus der Veranstaltung von Pauschalreisen und der Vermittlung verbundener Reiseleistungen abzusichern und dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) zu melden. Die Absicherungshöhe beträgt 18% des relevanten Umsatzes. In Spitzenmonaten haben Hoteliers als Veranstalter grundsätzlich 50 Prozent des maßgeblichen Umsatzes abzusichern.

Ab 1 Mio. Rückkehr zum Normaltarif

Jene Veranstalter, die allerdings in einem Spitzenmonat mehr als eine Mio. Euro Umsatz machen, haben die Möglichkeit, in die allgemein gültige, niedrigere Absicherungshöhe von 18 Prozent zu wechseln. Während bei Pauschalreisen und verbundenen Reiseleistungen Anzahlungen bis 20 Tage vor Reiseantritt grundsätzlich lediglich in Höhe von 20 Prozent erlaubt sind, können Beherbergungsbetriebe nun bei betragsmäßig uneingeschränkter Risikoabdeckung höhere Anzahlungen entgegennehmen (ÖHT-/WKÖ-Modell).

Das ÖHT-/WKÖ-Modell

Die von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) und dem Fachverband Hotellerie entwickelte Tourismusversicherung entspricht allen Vorgaben dieser Verordnung. Laut ÖHT sind die entstehenden Kosten gering. Für einen Betrieb mit einem Jahresumsatz von einer Million Euro fällt eine Versicherungsprämie von rund 1.5660 Euro an.

Keine Meldepflicht

Der Versicherungsvertrag deckt die Insolvenzrisiken für Hotels aller Kategorien und Größen ab. Dabei entfallen sämtliche Meldepflichten gegenüber dem Ministerium, da aufgrund der Gestaltung des Vertrages eine Unterversicherung teilnehmender Beherbergungsbetriebe ausgeschlossen ist und sämtliche Pauschalreisen versichert sind.

So funktioniert es

Von ÖHT und Fachverband der Hotellerie wurde im Rahmen einer internationalen Ausschreibung die HDI Global SE als Versicherungsträger ausgewählt. Neben der HDI Versicherung fungiert die operativ tätige WA-Tourismusversicherungsagentur GmbH als Dienstleister. Der Versicherungsvertrag eignet sich gleichermaßen für Privatzimmervermieter, Urlaub-am-Bauernhof-Anbieter und Hotels sämtlicher Kategorien und Kapazitäten. Auch eine rund um die Uhr besetzte, mehrsprachige Notfall-Zentrale, an die sich der Gast jederzeit wenden kann, wird angeboten.

Versicherung meldet ans Ministerium

Die TVA Tourismusversicherungsagentur GmbH sendet mit Abschluss der Pauschalreiseversicherung eine entsprechende Versicherungsbestätigung direkt an das zuständige Ministerium. Damit entsteht für den Hotelier durch die Pauschalreiseverordnung kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand bzw. entfallen für den Hotelier sämtliche Dokumentationspflichten und weiterführende Kosten. Detaillierte Informationen zur Tourismusversicherung, der Online-Prämienrechner sowie die Online-Polizzierung stehen ab  unter www.tourismusversicherung.at zur Verfügung.

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