Testflug geplant: Heimische Förderung für pilotenlose Flugtaxis

12. Dezember 2018 Drucken
Testflug geplant: Heimische Förderung für pilotenlose Flugtaxis
Der EHang 184 © EHang

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) setzt bei der Forschungsförderung nicht nur auf towerlose Flughäfen, sondern auch auf pilotenlose Flugtaxis. Hofer ist überzeugt, „dass Lufttaxis etwas sein werden, das unser Alltagsbild prägen wird“, wie er am Dienstag vor Journalisten sagte. 

Hofer spricht von autonom fliegenden Drohnen, die Passagiere von A nach B bringen sollen. Der Minister kündigte einen öffentlichen Testflug mit einer Passagierdrohne an: „Vielleicht werden wir im Frühjahr nächsten Jahres einen Testflug machen, der auf großes Interesse stoßen wird, sodass auch viele Menschen sich das ansehen können“, sagte Hofer in der Pressekonferenz.

Testgebiet auf Truppenübungsplatz?

Hofer stellte auch eine Teststrecke in Österreich in Aussicht. „Wir sind in guten Gesprächen mit einem Ministerkollegen von mir, der diese Fläche verwaltet. Wir hoffen, dass wir dann dort bald fliegen können.“ Hofers Wunsch wäre 2019. Infrage kommen könnte beispielsweise militärisches Sperrgebiet.

Hofers Eigenversuch

„Wir haben bereits einen kleinen Flug in Österreich gemacht“, verriet Hofer. „Es ist ein eigenartiges Gefühl, da drinnen zu sitzen und nichts tun zu können“, schilderte der Politiker. „Ich habe es schon gemacht, es war sehr spannend.“ Laut APA-Infos fand ein Test im Rapid-Stadion in Wien statt, wo ein Prototyp des chinesischen Start-ups EHang abhob und einige Meter über dem Boden schwebte.

Kooperation mit FACC

Mit dem oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer FACC soll EHangs 184 in den nächsten zwei Jahren zur Serienreife gebracht werden. Kosten soll ein solches Flugtaxi laut FACC-Chef Robert Machtlinger unter einer halben Million Dollar, das wäre deutlich weniger als ein Hubschrauber kostet.

Modell 184 © EHang

Flughäfen ohne Tower bereits in Betrieb

Für klassische Fluggesellschaften wie die Austrian Airlines (AUA) sind Flugtaxis kein Thema – effizientere Flugzeuge, synthetische Treibstoffe oder Flughäfen, die ohne Tower auskommen, hingegen schon, wie AUA-Chef Alexis von Hoensbroech in der Pressekonferenz sagte. Airports, bei denen die Fluglotsen ausgelagert werden, etwa könnten helfen, Kosten zu sparen. Hier ist die technische Entwicklung bereits einen Schritt weiter als bei Lufttaxis: Seit kurzem wird der Flughafen Saarbrücken als erster internationaler Flughafen in Deutschland nicht mehr vom örtlichen Tower aus überwacht. Fluglotsen im rund 440 Kilometer entfernten Leipzig geben nun die Anweisungen für Starts und Landungen. Sie nutzen dazu Video- und Infrarotkameras, die am Flughafen installiert wurden.

Fördertopf mit 440 Mio. Euro

Für solche und andere Forschungsideen hat Hofers Ministerium einen Fördertopf, der mit insgesamt 440 Mio. Euro jährlich für Förderungen im Bereich „Innovation und Technologie“ gefüllt ist. Wie viel davon in die Luftfahrt fließt, hänge von den Förderanträgen ab, so Hofer bei der Präsentation eines luftfahrtspezifischen FTI-Forschungsbeirates mit Branchen- und Wissenschaftsvertretern. In den vergangenen 16 Jahren waren 180 Mio. Euro an Förderungen für den Luftfahrtsektor ausgezahlt worden, das größte Förderprogramm heißt „Take Off“. (APA)

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