APIs: Banken öffnen Kundenkonten für die Konkurrenz

14. Dezember 2018 Drucken
APIs: Banken öffnen Kundenkonten für die Konkurrenz
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Ab dem kommenden Jahr müssen die Banken in Europa ihren Konkurrenten und anderen Zahlungsdienstleistern über offene Schittstellen (APIs) Zugriff auf Konten und Daten ihrer Kunden ermöglichen. In Österreich sind Erste Bank und Sparkassen Vorreiter.

Erste Bank und Sparkassen sind die ersten Geldinstitute, die ihren Kunden die Möglichkeit bieten, Spar- und Girokonten anderer Banken in das Internetbanking-Portal „George“ einzubinden.

Offen für Dritte

Basis für dieses Angebot ist die Payment Service Directive 2 (PSD2) der Europäischen Union, deren letzter Teil mit 14. September 2019 in Kraft tritt. Demnach müssen Banken ihre Schnittstellen (APIs) soweit fertig gestellt haben, dass Drittanbieter wie Fintechs oder andere Finanzinstitute Bankkunden deren Dienstleistung anbieten und auf Daten von Girokonten zugreifen können.

Ab Herbst verpflichtend

Bis Mitte März 2019 müssen die Banken dafür zunächst eine „Testumgebung“ gebaut haben, Mitte September ist der gesetzliche späteste Termin für den Echtbetrieb. Voraussetzung ist, dass der Kunde dies möchte und schriftlich zugestimmt hat. Vorbereitungen darauf laufen in allen Banken, auch in Österreich. Betroffen sind viele: Knapp ein Drittel der Österreicher hat zwei oder mehr Bankverbindungen – das sind mehr als zwei Millionen Menschen.

Service ab sofort verfügbar

Ab sofort, also schon jetzt im Dezember, zeigt die Erste auf der selber entwickelten Internetbankingplattform „George“ auch Konten von anderen Banken an. Im Laufe des nächsten Jahres werde es dann möglich sein, über diese Fremdkonten Überweisungen zu beauftragen und andere Produkte wie z.B. Wertpapierdepots zu integrieren, teilt die Bank mit.  George wurde bereits in Hinblick auf die PSD2 gestaltet und ist daher bei der Umsetzung der technischen Neuerungen Vorreiter am österreichischen Bankensektor.
Die Bank Austria will im Lauf des Jahres 2019 mit allen Funktionen auf einmal kommen, also nicht zuerst mit der puren Kontoeinsicht starten, sondern in einem Durchlauf auch gleich mit der Freigabe der Auftragserteilungen, sagte ein Sprecher der österreichischen UniCredit-Tochter zur APA.

Eigene Schnittstellen

Die Freigabe ist nur dann möglich, wenn Kunden dies wollen und ausdrücklich schriftlich ihre Zustimmung erteilen. Technisch muss der hauseigene Kunde zuvor seine Verfügerdaten wie PINs der Konkurrenzbank seiner „Hausbank“ übermitteln. Damit Fremdanbieter auf Konten zugreifen können, braucht es eigene Schnittstellen (APIs).

George-Funktionen auch für Fremdkonten

Im Fall der Ersten bzw. Sparkassen loggen sich User des neuen Plug-in „George Multi Banking“ mit den Zugangsdaten des anderen Internetbankings ein und die Kontodaten werden zu George übertragen. Aktuell sei die Funktion für alle Konten von Raiffeisen, Bank Austria, ING, Volksbank, BAWAG, easybank und Hypo NÖ freigeschaltet, berichtet die Bank. An der Erweiterung der Bankenliste werde bereits gearbeitet. Die gewohnten George-Funktionen seien ebenso für die Fremdkonten nutzbar: Etwa Umsätze automatisch kategorisieren, dem Konto ein Profilbild zuweisen, Rechnungen zu Umsätzen hochladen. (APA/red)

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