Umfrage: 42% der Österreicher freuen sich auf geplante Leitzinserhöhung

09. Januar 2019 Drucken
Umfrage: 42% der Österreicher freuen sich auf geplante Leitzinserhöhung
EZB-Präsident Mario Draghi: Wann werden Leitzinsen angehoben? © APA

Die Mehrheit der Österreicher begrüßt eine Leitzinserhöhung. Die damit steigenden Kreditzinsen beunruhigen nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten, heißt es in der Spar- und Kreditprognose im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen. 

Es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzinssatz frühestens Ende 2019 anheben wird. Allerdings nur, wenn die Wirtschaft 2019 weiter solide wächst und die Inflation stark genug ist. Laut einer aktuellen Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen freuen sich derzeit 42 Prozent der ÖsterreicherInnen auf die geplante Zinserhöhung.  26 Prozent sind sich überhaupt noch unsicher, was sie von einer Zinsänderung halten sollen. 28 Prozent stehen einer Zinsanhebung negativ gegenüber.  Die Erste Bank rät bei Finanzierungen unverändert zu Fixzinsen, dann bleibt die Rate unabhängig von Zinsänderungen weiterhin wie berechnet.

Sparbuch bleibt top, Wertpapiere holen auf

In den kommenden zwölf Monaten bleibt das Sparbuch der Trendsetter unter den Anlageformen. 60 Prozent (+3) der ÖsterreicherInnen planen Geld auf Sparbücher oder Sparkonten zu legen. 45 Prozent (-3) wollen bausparen, 38 Prozent (+3) legen Geld in eine Lebensversicherung und 32 Prozent (±0) wollen eine Pensionsvorsorge abschließen. Auch bei Wertpapieren ist man aktuell aufgeschlossen: 30 Prozent wollen ihr Geld in Aktien, Fonds und Co. veranlagen; vor einem Jahre waren es noch 26 Prozent.

Mehr Anschaffungen geplant, weniger für Veranlagung

Die ÖsterreicherInnen planen Veranlagungen im Ausmaß von 5.700 Euro. Im dritten Quartal 2017 waren es noch 7.400 Euro. Rund 34 Prozent der ÖsterreicherInnen planen im nächsten Jahr eine größere Anschaffung, darunter vor allem Personen mit höherem Einkommen. Ein Großteil (86 Prozent) der Menschen finanziert diese Anschaffung über eigene Ersparnisse, rund 15 Prozent (+4) durch die Aufnahme eines Kredits. Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt 67.500 Euro (-1 Prozent). Etwa ein Drittel derer, die einen Kredit geplant haben, wollen eine Summe von mehr als 100.000 Euro aufnehmen.

Methode der Spar- und Kreditprognose

Integral hat 1.000 ÖsterreicherInnen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt. Die Befragung fand im 3. Quartal im Zeitraum von 6. bis 24. September 2018 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahrs.