Mobilitätswende: Das sind die Regeln des neuen E-Mobilitätspakets

11. Januar 2019 Drucken
Mobilitätswende: Das sind die Regeln des neuen E-Mobilitätspakets
Erster vollelektrischer FUSO eCanter Lkw © Daimler

Das E-Mobilitätspaket wird für die Jahre 2019 und 2020 neu aufgelegt. Bei Betrieben gibt es einen neuen Schwerpunkt auf strombetriebene Nutzfahrzeuge inkl. Ladeinfrastruktur. Anträge können ab 1. März gestellt werden. 

Das neue Förderpaket hat ein Gesamtvolumen von 93 Millionen Euro für beide Jahre, also 46,5 Millionen Euro pro Jahr. Die Kosten werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und Wirtschaftspartnern (Automobilimporteure, Zweiradimporteure, Sportfachhandel) gemeinschaftlich getragen.

  • BMNT:                                      25 Mio. Euro
  • BMVIT:                                     40,5 Mio. Euro
  • Wirtschaftspartner:                 27,5 Mio. Euro

Bislang fast 15.000 Anträge

In den vergangenen zwei Jahren wurden 14.300 Förderanträge für E-Pkw und E-Zweiräder eingebracht, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung des Verkehrs- und des Umweltministeriums. Die Anträge kamen etwa je zur Hälfte von Privatpersonen und Unternehmen. Bei den Autos entfielen rund 88 Prozent der Anträge auf Pkw mit reinem Elektroantrieb und etwa 12 Prozent auf Plug-In-Hybride und Range-Extender.

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Anschaffung von neuen Fahrzeugen mit Elektro-, Brennstoffzellen- bzw. Plug-In-Hybrid Antrieb sowie Range Extender zur Personenbeförderung (Klasse M1) bzw. zur Güterbeförderung (Klasse N1 und ≤ 2,0 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht). Die vollelektrische Reichweite des PKW muss mindestens 50 km betragen. Der Brutto-Listenpreis (Basismodell ohne Sonderausstattung) des PKW darf 60.000 Euro nicht überschreiten. Eine Förderung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb bzw. Plug-In-Hybrid Antrieb sowie Range Extender ist nur bei der ausschließlichen Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern möglich.

1. Elektro-Pkw und leichte E-Nutzfahrzeuge für Betriebe

Die Förderkategorie umfasst KFZ der Klassen M1, also der normalen PKWs und der Klasse N1 (Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3.500 kg).

 E-Pkw mit reinem Elektroantrieb (BEV) und Brennstoffzelle (FCEV), N1≤2,0 to hzG1: 3.000,- € pro Fahrzeug
 Plug-In Hybrid (PHEV) und Range Extender (REX, REEV): 1.500,- € pro Fahrzeug  
Voraussetzung: max. 60.000,- € Brutto-Listenpreis (Basismodell), mindestens 50 km vollelektrische Reichweite. PHEV, REX, REEV mit Dieselantrieb sind nicht förderfähig.
 Leichtes E-Nutzfahrzeug N1>2,0 und ≤2,5 to hzG1 5.000,- € pro Fahrzeug
 Leichtes E-Nutzfahrzeug N1>2,5 to hzG1: 10.000,- € pro Fahrzeug
Der Anteil der Automobilimporteure (1.500,- € pro BEV, FCEV bzw. 750,- € pro PHEV, REX, REEV) wird vom Netto-Listenpreis ergänzend zu den üblichen gewährten Rabatten in Abzug gebracht.

2. Elektro-Kleinbusse“ und Elektro-Leichtfahrzeuge

Für die Anschaffung von Fahrzeugen mit reinem Elektro-Antrieb:

 E-Kleinbus (Klasse M2):   20.000,- € pro Fahrzeug
 E- Leichtfahrzeug (Klasse L2e, L5e, L6e, L7e): 1.000,- € pro Fahrzeug

3. Öffentlich zugängliche E-Ladeinfrastruktur

Um die Förderung in Anspruch zu nehmen, müssen die Ladestationen über einen „nicht diskriminierenden Zugang“ verfügen.

Normalladen an Wallbox oder Standsäule mit Wechselstrom bis 3,7 kW (230V, 16A) Abgabeleistung: 200,- € pro Ladestelle
Normalladen an Wallbox mit Wechselstrom von mehr als 3,7 kW bis 22 kW (400V, 32A) Abgabeleistung: 200,- € pro Ladestelle
Normalladen an Standsäule mit Wechselstrom von mehr als 3,7 kW bis 22 kW (400V, 32A) Abgabeleistung: 1.000,- € pro Ladestelle
Beschleunigtes Laden mit Wechselstrom oder Gleichstrom von mehr als 22 kW bis 43 kW (400V, 63A) Abgabeleistung: 2.000,- € pro Ladestelle
Schnellladen mit Wechselstrom von mehr als 43 kW oder Gleichstrom von ≥50 kW (500V, ≥125A) Abgabeleistung: 10.000,- € pro Ladestelle

 4. Elektro-Zweiräder

 E-Zweirad mit reinem Elektroantrieb Klasse L1e: 700,- € pro Fahrzeug 
 E-Zweirad mit reinem Elektroantrieb Klasse L3e: 1.000,- € pro Fahrzeug
Der Anteil der Zweiradimporteure (350,- € pro E-Moped, 500,- € pro E-Motorrad) wird vom Netto-Listenpreis ergänzend zu den in der Praxis üblichen gewährten Rabatten in Abzug gebracht.
 Elektro-Fahrrad: 200,- € pro Fahrrad 
Voraussetzung: Ansuchen zur Förderung von Elektro-Fahrrädern müssen eine Mindestanzahl von 10 E-Fahrrädern beinhalten.
 Elektro-Transportrad oder Transportrad (Ladegewicht >80 kg) 400,- € pro Fahrrad
Der Anteil des österreichischen Sportfachhandels (100,- € pro E-Fahrrad, 200,- € pro ETransportrad oder Transportrad) wird vom Nettopreis ergänzend zu den in der Praxis üblichen gewährten Rabatten in Abzug gebracht.

5. E-Mobilitätsmanagement, E-Flotten und E-Logistik

Für große Flotten, E-Busse und E-Nutzfahrzeuge zur Umsetzung individueller Maßnahmenkonzepte und Maßnahmenbündel und aufgrund anderer beihilferechtlicher Grundlagen mit Einreichung VOR Umsetzung, z.B. Fahrzeuge mit reinem Elektro-Antrieb:

 E-Nutzfahrzeug (Klasse N2): 20.000,- € pro Fahrzeug
 E-Nutzfahrzeug (Klasse N3): 50.000,- € pro Fahrzeug
 E-Bus (Klasse M3 bis zu 39 zugelassene Personen inkl. Fahrer): 40.000,- € pro Fahrzeug
 E-Bus (Klasse M3 mit mehr als 39 und bis zu 120 zugelassene Personen inkl. Fahrer): 60.000,- € pro Fahrzeug
 E-Bus oder Buszug (Klasse M3 mit mehr als 120 zugelassene Personen inkl. Fahrer): 100.000,- € pro Fahrzeug
 DC Schnellladestationen für Nutzfahrzeuge ≥150 kW Abgabeleistung, nur in Kombination mit Ankauf von ENutzfahrzeug bzw. E-Bus: 20.000,- € pro Ladestelle
wo keine Serienfahrzeuge erhältlich sind, erfolgt die Berechnung der Förderhöhe im Einzelfall

So kommen Unternehmen zur Förderung

Die Förderung erfolgt im Rahmen der  Förderinstrumente der Umweltförderung im Inland, des klimaaktiv mobil Programms und des Klima- und Energiefonds. Als One Stop Shop Abwicklungsstelle für alle Förderungen fungiert die KPC (Kommunalkredit Public Consulting GmbH). Online-Registrierung sowie Einreichung von Förderungsanträgen erfolgen über die Abwicklungsstelle KPC unter  www.umweltfoerderung.at. Registrierung und Einreichung sind ab 1.3.2019 unter diesem Link möglich. 

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