Seit einem knappen halben Jahr darf in österreichischen Trafiken „Coffee to go“ verkauft werden. Andreas Schiefer, Trafikanten-Obmann in der Wiener Wirtschaftskammer, schätzt, dass inzwischen rund 100 Betriebe in Wien diese Möglichkeit nutzen.
Der Verkauf ist nicht meldepflichtig. Daher gebe es keine genauen Zahlen. „Ich bin happy und zufrieden“, sagte Schiefer. Als die Neuerung Anfang September eingeführt wurde, habe er damit gerechnet, dass sich in den ersten Monaten 10 bis 15 Prozent der Trafikanten entscheiden werden, Kaffee auszuschenken. Das habe sich bestätigt.
Morgendlicher Andrang
Das Angebot werde von den Kunden vor allem in der Früh gut angenommen, weil die Trafiken bereits sehr zeitig geöffnet haben. Dass die Regelung kleineren Kaffeehäusern schadet, wie es zu Beginn von Vertretern der Branche befürchtet worden war, glaubt Schiefer nicht. „Es hat sich alles geglättet, wir haben nichts Negatives gehört“, so Schiefer.
Keine gastronomische Anmutung
Der „Coffee to go“ darf in neutralen oder mit dem Logo „Meine Trafik“ versehenen Becher abgefüllt werden. Von Kunden mitgebrachte Gefäße sind ebenfalls in Ordnung. Den Preis können die Trafikanten selbst festlegen. Steh- oder Sitzplätze sowie eine „gastronomische Anmutung“ sind nicht zulässig.
Monopolverwaltung
Geregelt wird der Kaffee-Verkauf in Trafiken über die Monopolverwaltung bzw. den im Gesetz enthaltenen Nebenartikelkatalog. In diesem sind festgehalten, welche Produkte abseits klassischer Tabak- oder Zeitschriftenwaren zusätzlich in Trafiken angeboten werden dürfen – etwa Parkscheine, Souvenirs oder Handywertkarten. Mit 1. September des vergangenen Jahres wurde diese Liste um „Kaffee oder andere alkoholfreie Heißgetränke, die innerhalb des Trafiklokals zur Mitnahme zubereitet werden“, erweitert. (APA)