Landwirtschaftliche Einkommen: Bauern verdienten 2018 weniger

22. Februar 2019 Drucken
Landwirtschaftliche Einkommen: Bauern verdienten 2018 weniger
© APA

Nach einer Aufwärtsentwicklung in den vorangegangenen zwei Jahren zeichnet sich für 2018 ein Rückgang der landwirtschaftlichen Einkommen um real 4,1 Prozent ab.

Nach einer Aufwärtsentwicklung in den vorangegangenen zwei Jahren zeichnet sich für 2018 ein Rückgang der landwirtschaftlichen Einkommen um real 4,1 Prozent ab, prognostiziert Statistik Austria. Die Agrarsubventionen (öffentliche Gelder) stiegen auf 1,5 Mrd. Euro.

Laut Prognosen von Statistik Austria sank das landwirtschaftliche Einkommen Österreichs je Arbeitskraft gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich real um 4,1 Prozent. 2017 wurde noch ein Anstieg um 13,9 Prozent verzeichnet.

Mieses Wetter

Zurückzuführen war der Einkommensrückgang vor allem auf die hitze- und trockenheitsbedingten Mindererträge im Acker- und Futterbau, preisbedingte Einbußen auf dem Schweinemarkt und gestiegene Produktionskosten. Die guten Ernten im Obst- und Weinbau sowie höhere Erlöse im Getreidebau  konnten die Einbussen nur teilweise ausgeglichen werden konnten.

Hauptfaktoren für die Einkommensentwicklung 2018

Den vorläufigen Berechnungen von Statistik Austria zufolge erzielte die heimische Landwirtschaft 2018 einen Produktionswert von rund 7,4 Mrd. Euro, mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei gab es gegenläufige Entwicklungen in der pflanzlichen und tierischen Produktion: Der Wert der tierischen Erzeugung nahm im Vorjahresvergleich um 2,6 Prozent ab, was vor allem eine Folge der deutlich gesunkenen Schweinepreise war. Niedriger als 2017 fiel aber auch der Produktionswert von Rindern aus, während die Milchproduktion das Vorjahresniveau dank eines höheren Erzeugungsvolumens wertmäßig leicht übertraf.

Durchwachsene Entwicklung auf Äckern und in Gärten

Der Wert der pflanzlichen Erzeugung erhöhte sich hingegen um 5,0 Prozent. Ursache dieser Zunahme waren vor allem die hohen Erntemengen im Obst- und Weinbau. Die langanhaltenden Hitzeperioden und die gebietsweise extreme Trockenheit des Jahres 2018 führten im Acker- und Futterbau allerdings zu Ertragsverlusten, bei Zuckerrüben und Kartoffeln wurden zudem schädlingsbedingt massive Ausfälle verzeichnet.

Zukauf von Futtermitteln erhöht Kosten

Zum Einkommensrückgang im Jahr 2018 trugen auch die gestiegenen Produktionskosten bei. Erste Schätzungen gehen von einem Anstieg des Werts der Vorleistungen um 3,0 Prozent aus, primär eine Folge der höheren Aufwendungen für Futtermittel sowie der Verteuerung von Energie. Die Abschreibungen für das Anlagevermögen erhöhten sich um 2,0 Prozent.

Dürrehilfen erhöhen Subventionen

Die im Rahmen der Einkommensberechnung berücksichtigten öffentlichen Gelder beliefen sich für 2018 auf rund 1,5 Mrd. Euro, um 1,7 Prozent mehr als für das Jahr zuvor. Dieser Anstieg war vor allem eine Folge der Gewährung von Dürrehilfen.

Reale 4,1 Prozent weniger

Das im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich erzielte Faktoreinkommen – das die Entlohnung der in der Landwirtschaft eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit (Familien- und Fremdarbeitskräfte) und Kapital misst – lag den vorläufigen Berechnungen und Schätzungen zufolge mit rund 2,6 Mrd. Euro um 3,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der durch den fortgesetzten Strukturwandel bedingte Rückgang der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte wurde für 2018 auf 0,5 Prozent geschätzt. Je Arbeitskraft betrug der durchschnittliche Einkommensrückgang demzufolge nominell 2,6 Prozent und real 4,1 Prozent.

Mehr zum Thema