Wirtschafts- und Finanzthemen: Frauen setzen andere Prioritäten

05. März 2019 Drucken
Wirtschafts- und Finanzthemen: Frauen setzen andere Prioritäten
© Wiener Börse AG

Das Interesse an Wirtschafts- und Finanzthemen ist bei Männern viel ausgeprägter als bei Frauen, das belegt eine repräsentative Sensor-Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

58 Prozent der Frauen beschäftigen sich zwar mit Wirtschaft, aber 42 Prozent interessieren sich demnach nicht dafür. Bei Männern sind es 33 Prozent, die sich weder für wirtschaftliche Zusammenhänge noch Entwicklungen begeistern können. Noch deutlicher zeichnet sich dieser Gap beim Thema Finanzen ab – hier sinkt der Wert bei beiden Geschlechtern weiter ab (Frauen: 41 Prozent vs. Männer: 61 Prozent).

Investitionen in Finanzbildung

Finanzbildung sei für Veranlagung und Verwaltung von Finanzmitteln elementar, heißt es einer Aussendung. Die Vermittlung von finanzieller Bildung und die Förderung von finanzieller Eigenverantwortung nehmen Erste Bank und Sparkassen unter anderem mit dem Erste Financial Life Park (FLiP) wahr. Seit der Eröffnung vor zweieinhalb Jahren wird diese Bildungseinrichtung förmlich überrannt: bereits 34.000 BesucherInnen nahmen an knapp 1.900 Touren teil.

Männer investieren doppelt so oft in Fonds als Frauen

Grundsätzlich setzt die heimische Bevölkerung auf sicherheitsorientierte Spar- und Anlageformen. 85 Prozent der Frauen schätzen sich bei der Geldanlage als sicherheitsorientiert ein, bei den Männern sind es 75 Prozent. Dieses konservative Anlageverhalten spiegelt sich auch bei den bevorzugten Spar- und Anlageformen wider. Laut Umfrage ist das Sparbuch nach wie vor am beliebtesten – sowohl Dreiviertel der Frauen als auch Männer besitzen ein solches. „Wer im Niedrigzinsumfeld nur aufs Sparbuch setzt, verliert Geld. Bei einer Inflation von unter zwei Prozent und einem Leitzins von Null ist der Kaufkraftverlust ganz offensichtlich. Wertpapiere sind unverzichtbar, um Vermögen aufzubauen. Der Kapitalmarkt ist ein wichtiges Instrument der Vermögensverwaltung“, so Erste Bank und Sparkassen.

Frauen mögen keine  Wertpapiere

Bei Wertpapieren wird die Kluft deutlich. Männer haben laut der aktuellen Umfrage doppelt so oft Fonds und dreimal so häufig Einzeltitel in ihrem Portfolio als Frauen. Außer beim Fondssparen ist der Abstand kleiner – 21 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen investieren in diese monatliche Anlageform.

Wertpapier-Investments auch mit kleinen Summen

Stark präsent ist nach wie vor das Vorurteil, dass nur mit großen Summen in Wertpapiere veranlagt  werden kann. Dieser Irrglaube ist vor allem bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern (45 Prozent vs. 31 Prozent). „Fondssparen geht aber schon mit 50 Euro im Monat los. Das ist besonders für Neueinsteiger interessant“,  unterstreichen Erste Bank und Sparkassen unter Verweis auf Eigenprodukte, in die man monatlich bereits mit 50 Euro investieren kann. Außerdem fallen bei diesen Produkten in den ersten drei Jahren bis zu einem Gesamtkurswert von 10.000,- Euro keine Depot-, Mindestdepot- und Mindestabschnittsgebühr an.

Frauen betonen Sicherheit

Die aktuelle Umfrage zeigt auch, dass es bei Männern und Frauen unterschiedliche Zuordnungen zu dem Begriff Wertpapiere gibt. Zwar denken beide Geschlechter fast im gleichen Ausmaß ans Risiko, es zeigt sich jedoch eindeutig, dass Männer es positiver besetzt haben und deutlich mehr an Ertrag und Chance denken. Nur 17 Prozent der Frauen (Männer 35 Prozent) beschäftigen sich gerne mit Aktien, Anleihen und Co, weil sie diese spannend finden. Außerdem ist die Mehrheit der Frauen der Meinung, dass Wertpapiere viel Wissen und Zeit benötigen, die sie nicht investieren möchten.

Zur Umfrage: Sensor hat 1003 ÖsterreicherInnen zu ihren Wirtschafts- und Finanzinteressen und zu ihren Assoziationen rund um das Thema Wertpapiere befragt. Die Ergebnisse der Online-Umfrage sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren.