Wirtschaftswachstum: Der deutsche Konjunkturmotor drosselt Drehzahl

14. März 2019 Drucken
Wirtschaftswachstum: Der deutsche Konjunkturmotor drosselt Drehzahl
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Mit dem Ifo-Institut hat erneut ein wichtiges deutsches Forschungsinstitut seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland kräftig gesenkt. Die Ifo-Experten rechnen für 2019 nur mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent, wie das Institut mitteilte. 2020 soll aber wieder besser werden

Zuvor waren die Forscher noch von einem Wachstum von 1,1 Prozent ausgegangenWie bereits im vergangenen Jahr geht die Konjunkturschwäche von der Industrie aus. „Die Industrie wird 2019 als Konjunkturmotor weitgehend ausfallen“, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten sei schwach, da die internationale Konjunktur weiter an Dynamik verliere. „Aber die binnenwirtschaftlichen Antriebskräfte sind weiterhin intakt“, versicherte Experte Wollmershäuser.

Im Gleichschritt mit OECD

In der vergangenen Woche hatte bereits die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Prognose für das deutsche Wachstum 2019 von 1,6 auf 0,7 Prozent reduziert – das wäre nur halb so viel wie im vergangenen Jahr. Neben anderen deutschen Forschungsinstituten senkte auch die deutsche Bundesregierung ihre Prognose deutlich.

Ifo geht von reparierbarer Delle aus

Nach Einschätzung der Ifo-Experten ist die Konjunkturflaute aber zeitlich begrenzt. Für 2020 erhöhte das Ifo-Institut die Prognose sogar von zuvor 1,6 Prozent auf 1,8 Prozent. „Die gegenwärtigen Produktionsschwierigkeiten der deutschen Industrie dürften allmählich überwunden werden“, sagte Wollmershäuser.

Arbeitsmarkt bleibt nachfragerientiert

Eine unverändert starke Entwicklung erwartet das Ifo-Institut auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte demnach weiter steigen, von 44,8 Millionen im vergangenen Jahr auf 45,2 Millionen in diesem und 45,5 Millionen im nächsten Jahr. „Entsprechend sinkt die Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent über 4,9 auf 4,7 Prozent“, hieß es vom Ifo-Institut. (APA)