KFZ-Handel: Warum die kommenden Jahre so schwierig werden

19. März 2019 Drucken
KFZ-Handel: Warum die kommenden Jahre so schwierig werden
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2018 gingen 132 heimische KFZ-Händler in Konkurs, was eine Steigerung von 43,5 Prozent im Vergleich zum Jahr davor bedeutet. Die Hersteller übernehmen lukrative Segmente zunehmend selber.

Die Zahl der Insolvenzen ist im KFZ-Handel 2018 um 43,5 Prozent gestiegen, und der Trend wird sich fortsetzen, berichtet der „Kurier“.

„Was da passiert, ist erschreckend“, so Ferdinand O. Fischer, Vorsitzender des Fachausschusses Zweiradhandel in der Wirtschaftskammer. Er befürchtet, dass in fünf Jahren ein Drittel aller Unternehmen im KFZ-Handel verschwunden sind. Der Zweiradhandel sei davon stärker betroffen als der Autohandel.

Deutlicher Anstieg der Insolvenzen

2018 gingen 132 heimische KFZ-Händler in Konkurs, was eine Steigerung von 43,5 Prozent  im Vergleich zum Jahr davor bedeutet. Vor zehn Jahren gab es in Österreich rund 3.000 Autohändler, derzeit sind es 2.000.

Hersteller machen Geschäft selber

Die Gründe seien zweierlei: Die Hersteller würden verstärkt das Flottengeschäft selbst übernehmen und gleichzeitig würden sie die Auflagen für die Händler immer weiter nach oben schrauben. Die Durchschnittsmarge liege gerade einmal bei 0,6 Prozent. Die aktuelle Dieseldiskussion und die Zukunft der E-Mobilität würden zusätzlich noch für Verunsicherung sorgen, so Klaus Edelsbrunner, Obmann des Fahrzeughandels in Österreich.

Deutlicher Rückgang der Neuzulassungen

Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 341.068 Pkw neu zugelassen – das waren um 3,5 Prozent weniger als 2017. In den ersten zwei Monaten des heurigen Jahres gingen die Neuzulassungen um über zehn Prozent zurück. Deutlich mehr als die Hälfte aller Neuzulassungen entfällt auf Firmenfahrzeuge, der private Neuwagenkäufer ist mittlerweile im Schnitt über 50 Jahre alt.

Rabatte gehen weiter

Laut dem deutschen Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer wird die Rabattschlacht der Autohändler heuer weiter gehen. Zum Jahresschnitt habe es in Deutschland einen durchschnittlichen Nachlass von 19 Prozent gegeben, rechnete er kürzlich vor. (APA)