KMU-Studie: Warum der heimische Mittelstand optimistisch bleibt

27. März 2019 Drucken
KMU-Studie: Warum der heimische Mittelstand optimistisch bleibt
Stefan Dörfler, CEO Erste Bank Oesterreich © Erste Bank/Hinterramskogler

91 Prozent der KMU sind für 2019 optimistisch. Sie wollen in Forschung und Digitalisierung investieren. Die Erste Bank will ihre Marktanteile bei KMU-Finanzierungen weiter ausbauen.

Österreichs Wirtschaft funktioniert unverändert gut. 91 Prozent der KMU sind für 2019 optimistisch und wollen in Forschung, Entwicklung und Digitalisierung investieren. Die Erste Bank plant, ihre Marktanteile bei KMU-Finanzierungen weiter auszubauen.

Der Optimismus der heimischen mittelständischen Betriebe ist ungebrochen – trotz BREXIT, Handelskonflikten und US-Sonderzöllen. Laut einer aktuellen Umfrage der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG mit dem Marktforschungsinstitut IMAS blicken beachtliche 91 Prozent der KMU dem Jahr 2019 optimistisch entgegen und erwarten eine positive Geschäftsentwicklung. „Es gehen zwar 71 Prozent der befragten Unternehmer davon aus, dass die globalen Verwerfungen Auswirkungen auf ihren Betrieb haben werden. Aber nur 16 Prozent der KMU befürchten starke Auswirkungen auf ihren Betrieb“, so Stefan Dörfler, CEO der Erste Bank Oesterreich.

Erste Bank gibt bei KMU-Finanzierungen Gas

Die stabile Wirtschaftsverfassung spiegle sich auch bei den Finanzierungsanfragen und -vergaben der Erste Bank wieder, unterstreicht Dörfler. Im vierten Quartal 2018 und nach vorläufigen Zahlen auch im ersten Quartal 2019 konnte das Finanzierungsvolumen der Erste Bank bei einem Kreditwachstum von sechs bis acht Prozent gehalten werden.  Dörfler betont, dass seine Bank bei Unternehmensfinanzierungen weiterhin deutlich stärker als der Markt wachsen wolle und sich daher um  Kommerzkundenkredite aktiv bemühe. Dörfler: „Das Geld ist da und wir wollen Wirtschaftswachstum finanzieren!“. Etwas defensiver gehe man bei Immobilienfinanzierungen vor. Der Bereich wachse in Wien und Umgebung derzeit rasant. Hier sei man zufrieden, mit dem Markt mitzugehen.  Er sehe zwar keine Blasenbildung, allerdings stiegen die Risikopotentiale mancher Bauvorhaben deutlich. Hier gelte es, aufmerksamer als bisher die Spreu vom Weizen zu trennen.

99 Prozent aller Unternehmen sind mittelständisch

Laut des Mittelstandsberichts 2018 des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort gehören rund 328.900 Unternehmen den kleinen und mittleren Betrieben an. Das sind beachtliche 99,6 Prozent aller Unternehmen, die Arbeitsplätze für 2 Millionen Beschäftigte bieten, von den insgesamt 3,74 Millionen Beschäftigten in Österreich.

Digitalisierung schreitet voran

Digitalisierung ist für 70 Prozent der KMU ein wichtiges Thema. Für 89 Prozent der Befragten hat die Digitalisierung spürbare Auswirkungen. „70 Prozent der Unternehmen sehen in der Digitalisierung eine Chance. Nachdem es 2017 bei gleicher Fragestellung noch 85 Prozent waren, wird die weitere Entwicklung hier genau zu beachten sein“, so Stefan Dörfler. Er erkläre sich den Rückgang vor allem mit der Tatsache, dass „Digitalisierung für die befragten Manager heute konkreter geworden ist“ als dies noch vor zwei Jahren der Fall war. Daher sei auch der aktuelle Umfragewert immer noch „sehr zufriedenstellend“. Die heimischen Unternehmen haben auch in Punkto Digitalisierung ein gesundes Selbstbewusstsein. Die überwältigende Mehrheit (83 %) der befragten Unternehmen sehen sich selbst für die Digitalisierung ausreichend gerüstet und 22 Prozent gehen sogar davon aus, dass sie sehr gut vorbereitet sind.

Forschung und Entwicklung

Das Thema Forschung und Entwicklung ist bei den heimischen KMU fest verankert. Für 55 Prozent ist das Thema wichtig. Dabei betreibt etwa die Hälfte der befragten Firmen nach eigener Einschätzung gleich viel F&E wie die Konkurrenten. Als größter Hemmschuh für F&E in Österreich werden von 35 Prozent der KMU die Finanzierung und der Kostenaufwand gesehen. Dörfler: „65 Prozent investieren kräftig und das zeigen auch unsere Zahlen. 2018 verzeichnete die Sparkassengruppe einen insgesamten Volumenszuwachs bei Finanzierungen von 5,3 Prozent auf 70,7 Milliarden Euro.“

Digitales Banking am Vormarsch

Laut Umfrage ist für 63 Prozent der KMU digitales Banking in den letzten fünf Jahren zu einem zentralen Faktor geworden. Dörfler: „Mit den steigenden Nutzerzahlen sind auch die Anforderungen und Ansprüche der Geschäftskunden an die Bankingplattformen gestiegen.“ Von den 500 befragten heimischen Unternehmen wünschen sich 74 Prozent die Möglichkeit, individuelle Berechtigungen einzurichten. 68 Prozent fänden die Möglichkeit gut, Bonitätsauskünfte direkt auf der Bankingplattform einzuholen. 57 Prozent wollen eine Anzeige von möglichen Finanzierungsprodukten haben.

Zur Umfrage: Die Erste Bank beauftragte das Meinungsforschungsinstitut IMAS für eine KMU-Umfrage. In der Zeit vom 7. bis 22. Jänner 2019 wurden Klein- und Mittelbetriebe unter anderem zum wirtschaftlichen Umfeld, zu Forschung und Entwicklung, Digitalisierung und Hausbank-Anforderungen befragt. Insgesamt wurden 500 telefonische Interviews mit KMU in ganz Österreich durchgeführt (2 – 50 Millionen EUR Jahresumsatz).

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