Pharmaindustrie: Warum zu viele Produkte die Gewinne drücken

01. April 2019 Drucken
Pharmaindustrie: Warum zu viele Produkte die Gewinne drücken
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Das Wachstumspotential eines Pharmaunternehmens wird im Schnitt von weniger als zehn Produkten in maximal zehn Märkten bestimmt. In der Regel verkauft ein Unternehmen der Pharmaindustrie jedoch mehr als 150 Produkte in Märkten, die sich über die ganze Welt verteilen.

Viele Unternehmen scheitern laut A.T. Kearney-Studie („Complexity: The Big Challenge for Today’s Top Pharma“) daran, ihre Komplexität zu managen, weil sie deren Ursachen und Implikationen nicht ausreichend kennen. Besonders Firmen mit hierarchischer Organisation und Kultur fehlt es an einer transparenten Perspektive auf die Komplexitäts-Herausforderung.

Zu viele Produkte aus betriebswirtschaftlicher Sicht

Neben externen Faktoren spielen interne Entscheidungen wie die Anzahl der Produkte und Märkte, in denen die Unternehmen agieren, eine maßgebliche Rolle. So arbeiten Unternehmen mit spezialisierten Markenportfolien mit nur einem Zehntel der Medikamente von Vollsortimentsanbieter, was wiederum zu 95 Prozent weniger Bestandseinheiten führt. Sich mit der Anzahl an Verabreichungsformen und Verpackungen zu beschäftigen, ist laut A.T Kearney ein guter Ausgangspunkt, um aus der Komplexitätsfalle auszusteigen. Wenn nur ein Arzneimittel eliminiert werde, könne die Komplexität schon signifikant reduziert werden, rechnen die Autoren vor.

Alles eine Frage der Organisation

Ein wichtiger Faktor ist laut Studie auch die Organisationstruktur: Pharmaunternehmen haben oft komplexe, mehrdimensionale Matrixorganisationen, die nur dann effektiv sind, wenn ihre Größe stimmt und ihre Effizienz evaluiert wird. Insbesondere durch die Streichung redundanter Aufgaben und die Zusammenlegung kleinerer Einheiten in den Kernfunktionen wie Vertrieb, Marketing und Operations lassen sich positive Effekte erzielen. Dies lässt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette überführen und erschließt neue Gewinnpotenziale. Voraussetzung ist dabei eine klare Strategie und Kostentransparenz.

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