Sportartikel: E-Bikes setzen Fahrradbranche unter Strom

11. April 2019 Drucken
Sportartikel: E-Bikes setzen Fahrradbranche unter Strom
Absatz regulärer Fahrräder legte 2018 um 5 Prozent zu. © www.my-esel.com

Mit dem Fahrradmarkt in Österreich ist es 2018 das dritte Jahr in Folge aufwärts gegangen. Vor allem dank der E-Bikes lief es rund: Deren Gesamtmarktanteil kletterte auf 33 Prozent. An den Fachhandel insgesamt verkauft wurden 457.000 Fahrräder (2017: 414.000), so der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ).

Der E-Bike-Anteil ist laut VSSÖ europaweit nur in Belgien mit 45 Prozent und in den Niederland mit einem Marktanteil von 40 Prozent höher als in Österreich. Der heimische Marktanteil von einem Drittel entspricht knapp 150.000 verkauften E-Bikes. Davon waren gut 80.000 E-Räder nach der Straßenverkehrsordnung (plus 65 Prozent) ausgestattet, knapp 63.000 waren E-Mountainbikes (minus 12 Prozent) und 6.170 waren „sonstige E-Bikes“ wie E-Lastenräder, -Falträder oder -Rennräder (plus 529 Prozent). Der hohe Anstieg bei den sonstigen E-Fahrrädern ist vor allem auf den starken Absatz von E-Falträdern zurückzuführen. Aber auch die E-Lastenräder beginnen sich zu etablieren.

Höherer Beratungsaufwand

„Gerade bei den E-Bikes kommt die hohe Beratungs- und Servicekompetenz des Sport- und Fahrrad-Fachhandels zum Tragen“, rührt Hans-Jürgen Schoder, Sprecher ARGE Fahrrad und Thalinger-Lange-Geschäftsführer, die Werbetrommel. Er verweist hierbei etwa auf den Sicherheitsaspekt. „Nur ein passendes, gut eingestelltes und gewartetes Fahrrad, ist ein sicheres Fahrrad.“

Auch ohne E-Motor läuft es

Reguläre Fahrräder wurden 2018 fast 240.000 an den Fachhandel abgesetzt (plus 4,9 Prozent). Dazu kamen gut 68.000 herkömmliche Kinder- und Jugendfahrrädern (plus 5 Prozent).

E-Bike-Preis im Schnitt bei 2.700 Euro

Der E-Bike-Boom hat auch den allgemeinen Durchschnittspreis im Sport- und Fahrradfachhandel in den vergangenen Jahre kräftig ansteigen lassen. Der Wert kletterte von 780 Euro im Jahr 2015 über 1.050 Euro 2017 auf 1.265 Euro im Vorjahr. Bei E-Bikes für sich genommen liegt dieser Preis bei stolzen 2.700 Euro.

20 Prozent des Branchenumsatzes

Der Gesamtumsatz mit allen Fahrradtypen – seit 2009 wurden nicht mehr so viele Räder abgesetzt – betrug voriges Jahr 580 Mio. Euro (plus 33 Prozent). Somit kam der Umsatz mit „Radln“ erstmals auf mehr als 20 Prozent des im Vorjahr 2,67 Mrd. Euro schweren Gesamtumsatzes mit Sportartikeln in Österreich.

Tourismus nützt E-Bikes immer stärker

Auch für die Zukunft erwartet der VSSÖ gute Geschäfte, vor allem mit Elektrofahrrädern. „Das E-Bike wird einen immer breiteren Einsatzbereich erfahren, vor allem im urbanen Bereich“, sind sich die Sportartikelerzeuger und -ausrüster einig. Zudem würden die Kunden immer mehr Wert auf individuelle Anpassungen ihres Fahrrades legen – Stichwort: „Bike Fitting“. Nicht zu vergessen sei, dass das E-Bike im Tourismus immer wichtiger werde. Ein potenzieller Geschäftshemmer für E-Bikes – eine obligatorische Haftpflichtversicherung, die einmal angedacht war – sei nicht zuletzt durch die ARGE Fahrrad „verhindert“ worden. (APA)