Krankschreibung: Warum eine Meldung per WhatsApp nicht reicht

19. April 2019 Drucken
Krankschreibung: Warum eine Meldung per WhatsApp nicht reicht
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Krankschreibung ohne Arzttermin per WhatsApp? Ein Start-up-Unternehmen aus Deutschland bietet nach eigenen Angaben diesen Dienst nun auch in Österreich an. Laut Wiener Gebietskrankenkasse ist eine Krankschreibung ohne persönliche Untersuchung durch einen Arzt jedoch in Österreich nicht möglich.

Die erste Krankschreibung sei bereits „problemlos akzeptiert“ worden, heißt es in einer Aussendung des deutschen Start-ups.  Ein Rechtsanwalt aus Hamburg hatte die Idee zu „AU-Schein“, um bei Erkältungen den Weg in eine Praxis vermeiden zu können.

Diagnose per Internet?

So soll es funktionieren: Auf einer Internetseite beantworten Patienten per Smartphone einen Fragebogen, geben persönliche Daten ein und zahlen neun Euro per PayPal oder Kreditkarte. Diese Angaben werden der Aussendung zufolge verschlüsselt per WhatsApp an einen Arzt gesendet, der die Erkältung diagnostiziert und die Krankschreibung ausstellt. Die Patienten erhalten diese daraufhin per WhatsApp sowie im Original per Post.

Persönlich durchgeführte Untersuchung

Die Krankschreibungen seien „textlich jetzt so angepasst“, dass der Dienst auch in Österreich angeboten werden könne, so das Start-up. Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) entgegnete dem in einer Stellungnahme auf APA-Anfrage: „Die Krankschreibung erfolgt in Österreich nur durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aufgrund einer persönlich durchgeführten Untersuchung und einer dieser Untersuchung entsprechenden Krankenbehandlung. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um eine Vertragsärztin/einen Vertragsarzt oder eine Wahlärztin/einen Wahlarzt handelt. Eine Krankmeldung ausschließlich aufgrund der eigenen Angaben der/des Versicherten ist daher nicht zulässig.“ (APA)

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