Auch in Österreich kann ab sofort mit Apple Pay gezahlt werden

26. April 2019 Drucken
Auch in Österreich kann ab sofort mit Apple Pay gezahlt werden
© Erste Bank

Seit Mittwoch, den 24. April, hat Apple auch in Österreich seine Bezahlfunktion „Apple Pay“ freigeschaltet. Vom Start weg ist die Erste Bank mit den Sparkassen österreichischer Kooperationspartner des amerikanischen Elektronikriesen.

Kunden können damit in Geschäften mit dem iPhone oder der Apple-Watch bezahlen. Dafür muss eine Kreditkarte oder Bankomatkarte einer Bank auf dem Smartphone „hinterlegt“ werden.

Roll out im europäischen Erste-Netzwerk

In Tschechien hat die Erste Group Apple Pay bei der Tochter Ceska Sporitelna schon im Februar eingeführt. Dort habe dies „sensationell eingeschlagen“, erklärtet Peter Bosek, Chief Retail Officer der Erste Group.. Auf Sicht sollen alle anderen mittel und osteuropäischen Länder im Erste-Bankennetzwerk folgen.

Deutschland startete im Vorjahr

Bisher ist Apple mit seinem Bezahldienst in mehr als einem Dutzend Länder Europas aktiv. In Deutschland wurde 2018 gestartet. Dort ist unter etlichen anderen (darunter Deutsche Bank oder HVB) auch die Onlinebank N26 dabei. Mit der Österreich-Freischaltung des Apple-Dienstes heute kam auch der Österreich-Ableger von N26 hinzu, allerdings nur mit Debitkarten.

Nur für Apple-Geräte

Voraussetzung sind Kassen bzw. Terminals in Geschäften, Restaurants, Taxis oder an Verkaufsautomaten, die für kontaktloses Bezahlen eingerichtet sind, sowie Apple-Geräte (Handy, Smartwatch, Tablet) die für biometrische Erkennungsverfahren ausgestattet sind. Die Zahlung selbst – mit einem einmaligen und spezifischen Sicherheitscode autorisiert – wird mittels Gesichtserkennung bzw. Fingerprint bestätigt und abgeschlossen.

Verfügbar für alle Karten

Laut Erste-Bank-Vorstand Thomas Schaufler können im Fall von Erster Bank und Sparkassen ihre Kunden „alle Karten hochladen, die sie haben – auch Zusatzkarten für Kinder. Wir schreiben da nichts vor.“ Das umfasst sowohl Kreditkarten (wie Visa, Mastercard) als auch Bankomatkarten (Maestro). In der Wallet könnten die Karten auch gewechselt werden: Indem etwa kleine Beträge mit Bankomatkarten, größere aber mit der (digitalen) Kreditkarte beglichen würden. Kartennummern werden weder auf dem Gerät noch auf den Apple Servern gespeichert. Auch Geldbehebungen sind via Apple Pay an den Bankomatkassen machbar.

40 Prozent der George-Kunden haben Apple

Österreich gilt als „Bargeldland“. Trotzdem arbeiten alle Banken an mobilen Bezahldiensten. Von 65 Millionen Bezahltransaktionen im Jahr werden bei der Ersten 49 Millionen mit Bankomatkarten abgewickelt, davon zuletzt schon 70 Prozent kontaktlos. 40 Prozent der User der Erste-Onlinebankingplattform George haben Apple-Geräte. Von daher war die Nachfrage nach Apple Pay besonders hoch, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Erste fährt seit heute eine Werbekampagne für den neuen Bezahldienst.

Apple wird kein Fintech

Wieviel von den Kartengebühren an Apple abzuführen ist, bleibt Geschäftsgeheimnis. Andere neue Finanzdienstleistungen von Apple zu nutzen ist in der Ersten kein Thema. Das sei überhaupt ein Mythos, meint Erste-Group Vorstand Peter Bosek. Dass Apple selbst irgendwann den Bankingsektor betritt, glaube er nicht.

Service zur Kundenbindung

Vor wenigen Wochen erst hat Apple indes eine Kreditkarte gemeinsam mit Goldman Sachs angekündigt. Aus Sicht des Handyherstellers schwingt die Erwartung mit, dass ein Wechsel des Smartphones umso schwerer fällt, je mehr Dienstleistungen darauf sind.

Android-Alternativen in Ausarbeitung

Alternativen für Anwender anderer Betriebssysteme (Samsung etc.) sind auch in der Ersten in Ausarbeitung, in Tschechien schon aktiviert. Sollte der dringende Kundenwunsch bestehen, würde man auch „Google Pay“ anbieten. (APA)

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