Steuerreform XXL: Niedrigere Lohn- und Körperschaftssteuer, steuerfreie Erfolgsbeteiligung

29. April 2019 Drucken
Steuerreform XXL: Niedrigere Lohn- und Körperschaftssteuer, steuerfreie Erfolgsbeteiligung
Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) © APA

Laut einem Regierungspapier eine der Maßnahmen der Steuerreform 2019 die Mitarbeitererfolgsbeteiligung. Jährlich können bis zu 3.000 Euro steuerfrei pro Arbeitnehmer ausgezahlt werden.

Laut einem Regierungspapier wird das Volumen der Steuerreform ab 2022 nun insgesamt 6,5 statt der bisher angenommen 4,5 Milliarden Euro betragen.  Lohnsteuer und Körperschaftssteuer sollen deutlich gesenkt werden. Zudem soll eine Mitarbeitererfolgsbeteiligung mit jährlich bis zu 3.000 Euro steuerfrei pro Arbeitnehmer eingeführt werden.

Der schon wirksame Familienbonus ist bei dem erweiterten Volumen von 6,5 Mrd. Euro noch nicht eingerechnet, auch die Senkung der Umsatzsteuer für Nächtigungen und die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge nicht. Inklusive dieser Punkte beträgt das Entlastungsvolumen laut Regierungspapier rund 8,3 Mrd. Euro.

Finanzierung noch nicht geklärt

Details für einen guten Teil der Finanzierung lässt die Regierung vorerst noch offen. So soll eine Milliarde durch bereits im letzten Ministerrat vereinbarte Maßnahmen hereinkommen, mit denen „im System“ gespart werden soll. Eine weitere Milliarde soll durch zusätzliche Maßnahmen generiert werden, wobei die Details dazu im Rahmen der Budgetgespräche ab Juli erarbeitet werden sollen. Am Dienstag wollen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) gemeinsam mit Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) und Finanzstaatsekretär Hubert Fuchs (FPÖ) das Paket der Öffentlichkeit präsentieren.

Mitarbeitererfolgsbeteiligungen geplant

Eine der bereits bekannt gewordenen Maßnahmen: Die türkis-blaue Koalition plant , Mitarbeitererfolgsbeteiligungen steuerlich zu begünstigen. So soll eine Begünstigung in Höhe von maximal zehn Prozent des Gewinns und jährlich bis zu 3.000 Euro pro Arbeitnehmer eingeführt werden.

Steuerbefreiung für Gewinnbeteiligung

Dadurch sollen Mitarbeiter künftig bis zu 3.000 Euro pro Jahr vom Unternehmensgewinn profitieren können. Derzeit erhielten sie bei der Beteiligung am Unternehmensgewinn keine abgabenrechtliche Begünstigung. Durch diese Maßnahme sollen die Interessen von Unternehmen und Arbeitnehmern noch besser in Einklang gebracht werden, hieß es. Damit erhalten auch Mitarbeiter von Einzelunternehmen und Personengesellschaften die Möglichkeit, am Erfolg der Unternehmen zu partizipieren.

Niedrigere Lohnsteuersätze

Wie das Ö1-Morgenjournal berichtete, sollen die auch drei untersten Lohnsteuersätze gesenkt werden – konkret von 25 auf 20 Prozent, von 35 auf 30 Prozent und von 42 auf 40 Prozent. Das gilt ab 2021 und soll laut Ö1 für ein durchschnittliches Einkommen 1.000 Euro netto im Jahr bringen.

Auch Körperschaftssteuer geht runter

Entlastet wird laut Bericht auch die Wirtschaft: Die Körperschaftssteuer soll 2022 auf 22 Prozent und im Folgejahr auf 21 Prozent gesenkt werden. Das bringe den Unternehmen rund eine Milliarde. Eine Reform des Freibetrags und eine Sonderregel für nicht entnommene Gewinne seien dagegen vom Tisch, so das Morgenjournal. (APA)