Steuer: Was ist aus Sicht des Fiskus eine außergewöhnliche Belastung

06. Mai 2019 Drucken
Steuer: Was ist aus Sicht des Fiskus eine außergewöhnliche Belastung
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Krankheits- und Pflegekosten, Reperaturaufwendungen infolge von Überschwemmungen oder anderer Naturkatastrophen… – all das zählt zu den außergewöhnlichen Belastungen. Steuerberaterin Eva Pernt von der Kanzlei Artus erklärt, wann außergewöhnliche Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden können. 

Außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen und Ausgaben, die steuerliche berücksichtigt werden, wenn sie außergewöhnlich, zwangsläufig und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.

Selbstbehalt

Für die Berücksichtigung von außergewöhnlichen Belastungen gibt es ein eigenes Formular. Darin können all jene Ausgaben erfasst werden, die – wie erwähnt – „zwangsläufig erwachsen, außergewöhnlich sind und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.“ Durch die Berücksichtigung eines Selbstbehaltes, der abhängig vom Einkommen zwischen sechs Prozent und 12 Prozent beträgt, wird diesem Leistungsfähigkeitsprinzip entsprochen.

Höhe des Selbstbehalts

  • Bei höchstens 7.300 € Jahreseinkommen sind es 6 Prozent.
  • Zwischen 7.300 € und 14.600 € sind es 8 Prozent.
  • Zwischen 14.600 € und 36.400 € sind es 10 Prozent.
  • Und bei mehr als 36.400 € Einkommen sind es 12 Prozent.

Ohne Selbstbehalt abzugsfähig sind:

  • Letztmalig für 2018 Kinderbetreuungskosten (max € 2.300/ Kind bis zum 10. Lebensjahr bzw bei erhöhter Familienbeihilfe bis zum 16. Lebensjahr);
  • Kosten der auswärtigen Berufsausbildung von Kindern, wenn im Einzugsbereich des Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit zur Verfügung steht (€ 110/Monat);
  • Kosten zur Beseitigung von Katastrophenschäden;
  • Kosten der eigenen Behinderung oder des (Ehe)Partners bzw Kindes.

Mit Selbstbehalt, der bis zu 12 Prozent des Einkommens beträgt, abzugsfähig sind u.a.:

  • Krankheitskosten,
  • Aufwendungen zur Linderung und Heilung einer Allergieerkrankung,
  • Behandlungskosten wie Arzt- und Spitalshonorare,
  • Aufwendungen für Medikamente,
  • Heilbehandlungen,
  • Rezeptgebühren,
  • Selbstkostenbeiträge für Behandlungskosten,
  • Aufwendungen für Heilbehelfe (Zahnersatz, Brillen, Laserbehandlung zur Verbesserung der Sehfähigkeit, Hörgeräte, Prothesen, Gehbehelfe, Bruchbänder),
  • Kosten für Fahrten zum Arzt bzw Krankenhaus, Zuzahlungen zu Kur- und Rehabilitationsaufenthalten.
  • Kosten in Zusammenhang mit Kuraufenthalten (bei einer mindestens 25-prozentigen Behinderung ohne Selbstbehalt);
  • Begräbniskosten und Kosten für einen Grabstein (bis zu je € 5.000, soweit nicht durch den Nachlass gedeckt).

Allgemein gilt, dass der Arbeitnehmerveranlagung keine Belege beizulegen oder hochzuladen sind, egal ob die Erklärung elektronisch oder in Papierform eingereicht wurde. Die Belege und Nachweise sind sieben Jahre lang aufzubewahren (Belege 2018 also bis 31.12.2025). Erst auf Verlangen des Finanzamts müssen diese vorgelegt werden.

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