Produktivität: Warum Motivation am Arbeitsplatz so wichtig ist

10. Mai 2019 Drucken
Produktivität: Warum Motivation am Arbeitsplatz so wichtig ist
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Knapp die Hälfte der Beschäftigten in Österreich ist mit dem Arbeitsplatz zufrieden – 32 Prozent bezeichnen sich sogar als hochmotiviert. Unternehmen punkten am meisten mit flexiblen Arbeitsmodellen, heißt es in einer Umfrage von EY. 

Die österreichischen Arbeitnehmer sind grundsätzlich zufrieden und motiviert bei der Arbeit: So gut wie neun von zehn (89 Prozent) Österreicher sind laut eigenen Angaben (eher) zufrieden, fast die Hälfte (45 Prozent) uneingeschränkt. Auch die Motivation ist bei 91 Prozent grundsätzlich vorhanden, als hochmotiviert bezeichnet sich hingegen nur ein Drittel (32 Prozent). Am höchsten ist die Zufriedenheit bei Mitarbeitern in Tirol (54 Prozent), im Burgenland (50 Prozent) und in Oberösterreich (49 Prozent). Am wenigsten zufrieden sind Mitarbeiter in Vorarlberg und Salzburg (je 42 Prozent). Das sind Ergebnisse der EY-Jobstudie, für die 1.001 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich befragt wurden.

Frauen sind stärker dabei

Arbeitgeber können vor allem auf hochmotivierte und zufriedene Frauen zählen: Unter ihnen beträgt der Anteil der uneingeschränkt Zufriedenen 49 Prozent, der Anteil der Männer liegt mit 43 Prozent darunter. Frauen bezeichnen sich auch überdurchschnittlich oft als hochmotiviert: 35 Prozent schätzen sich so ein, bei den Männern sind es nur 30 Prozent.

Fokus auf gutem Betriebsklima 

Die größte Motivation ziehen sowohl Frauen als auch Männer aus einem guten Verhältnis zu Kollegen, auch wenn Frauen dieser Punkt deutlich wichtiger ist: 62 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer werden nach eigener Aussage durch ein gutes Verhältnis zu Kollegen motiviert – bei den männlichen Arbeitnehmern sagen dies 57 Prozent. Einig sind sich die Geschlechter, dass eine spannende Tätigkeit motivierend wirkt – das sehen jeweils 54 Prozent so. Auch günstige Arbeitszeiten (Frauen: 42 Prozent, Männer: 37 Prozent) und flexible Arbeitszeitmodelle (je 30 Prozent) sind für beide Geschlechter wichtige Motivationsfaktoren am Arbeitsplatz.

Incentives unwirksam

Kaum punkten können Arbeitgeber hingegen mit Zusatzangeboten oder Incentives wie Dienstwagen oder Versicherungen – diese wirken nur für drei Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer motivierend.

Fokus auf flexibler Arbeitszeit

Besonders punkten können Arbeitgeber mit flexiblen Arbeitsmodellen, die bei 77 Prozent der befragten Arbeitnehmer ganz oben auf der Wunschliste stehen. Knapp jeder Zweite wünscht sich Home-Office-Möglichkeiten und Gesundheits- und Vorsorgemodelle für Mitarbeiter.

Arbeitnehmer über 50 sind am motiviertesten

Besonders hoch ist die Zufriedenheit bei älteren Arbeitnehmern: Von den über 50-Jährigen sind gut 55 Prozent der Arbeitnehmer zufrieden mit ihrer Arbeit – ähnlich zufrieden sind nur Berufseinsteiger bis 20 Jahre (50 Prozent). Bei den 21- bis 35-Jährigen bzw. den 36- bis 50-Jährigen ist die Zufriedenheit mit 43 bzw. 41 Prozent deutlich geringer. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Motivation: Während sich rund 39 Prozent der Arbeitnehmer über 50 Jahre als hochmotiviert bezeichnet, ist die uneingeschränkte Motivation bei allen anderen Altersgruppen mit je 30 Prozent deutlich geringer.

Öffentlicher Dienst macht zufriedener

Auch in Zeiten guter Konjunktur ist die Stimmung der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst besser als in der freien Wirtschaft. Ihre Motivation ist mit einem Anteil von 35 Prozent Hochmotivierten etwas höher als die der Beschäftigten in der konjunkturabhängigen freien Wirtschaft mit 31 Prozent. Auch bei der Zufriedenheit steht der öffentliche Dienst mit einem Anteil von 50 Prozent besser da als die freie Wirtschaft (43 Prozent).

Mehr für die junge Generation tun

„Die Unternehmen müssen mehr für die junge Generation tun“, heißt es in der Studie. „Viele junge Menschen erfahren längst nicht mehr ihre Bestätigung nur aus dem Job, sondern ebenso aus ihrem Privatleben. Sie wollen flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, um Arbeit und Familie besser miteinander verbinden zu können. Im Betrieb erwarten sie flache Hierarchien und eine insgesamt angenehme Arbeitsatmosphäre. Die Unternehmen sollten dies bei ihrem Bemühen um die Fach- und Führungskräfte von morgen berücksichtigen, so EY. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass es sich für Unternehmen lohnt, mehr für die Förderung älterer Arbeitnehmer und Frauen zu tun.

Geld ist kein Motivator

Geld alleine ist offensichtlich kein ausschlaggebender Faktor für Zufriedenheit und Motivation: Zwar sind Arbeitnehmer in der höchsten Einkommensklasse von mehr als 60.000 Euro im Jahr am zufriedensten (58 Prozent) und am ehesten hochmotiviert (43 Prozent) – allerdings folgen sowohl bei der Zufriedenheit (50 Prozent) als auch bei der Motivation (31 Prozent) knapp dahinter Mitarbeiter aus der geringsten Einkommensklasse von bis zu 20.000 Euro. Am wenigsten zufrieden (37 Prozent) und motiviert (26 Prozent) sind Angestellte mit Bruttojahresgehältern von 41.000 bis 60.000 Euro.

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