Landwirtschaft: Warum mehr als Hälfte der Betriebe aufgegeben hat

23. Mai 2019 Drucken
Landwirtschaft: Warum mehr als Hälfte der Betriebe aufgegeben hat
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Die Landwirtschaft war in den vergangenen fünf Jahrzehnten einem gewaltigen Strukturwandel unterworfen. Gab es 1970 noch 368.000 Betriebe mit 799.000 Arbeitskräften, waren es 2016 nur noch 162.000 Höfe mit 405.000 Jobs.

Deutlich rückläufig war auch der Tierbestand, während es bei den Feldfrüchten einen erheblichen Anstieg gab, wie aus einer aktuellen Broschüre der Landwirtschaftskammer hervorgeht.

Weniger Viehhaltung

Vor knapp 50 Jahren wurden noch 3,4 Millionen Schweine und 2,5 Millionen Rinder gehalten, vor kurzem waren es nur noch 2,8 Millionen Stück Borstenvieh und 1,9 Mio. Hornträger. Beim Maisanbau hingegen gab es mehr als eine Verdreifachung der Ernte, bei Weizen fast eine Verdoppelung.

Obst kommt nur zu einem Viertel aus dem Inland

Ernährte ein Bauer im Jahr 2000 rund 76 Menschen so waren es 2017 bereits 117 Menschen, verweist die Landwirtschaftskammer auf Zahlen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Besonders hoch ist der heimische Selbstversorgungsgrad bei Milch (164 Prozent) sowie Fleisch mit 109 Prozent. Außerordentlich niedrig ist der Grad der Versorgung bei Obst mit nur 27 Prozent.

Männerdomäne

Nach wie vor sind die Betriebe im überwiegenden Maß in Männerhand: Nur 29 Prozent der Hofinhaber sind Frauen. Auffallend ist, dass es ab dem Pensionsalter einen starken Anstieg beim Frauenanteil gibt, hier halten sie bei 54 Prozent. Während die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft vor 50 Jahren noch 23 Prozent der Bevölkerung ausmachten, sind es mittlerweile nur noch gut vier Prozent. (APA)