Fitnesscenter: Trend zu Kraft-Studios läßt Frauenanteil sinken

24. Mai 2019 Drucken
Fitnesscenter: Trend zu Kraft-Studios läßt Frauenanteil sinken
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Der Markt für Fitnesscenter bleibt in Österreich auch im Jahr 2018 in Bewegung. Sowohl die Anzahl der Studios als auch der Mitglieder wuchs um etwa zwei Prozent. Zuwächse gab es allerdings nur noch bei Männern. Die Anzahl der weiblichen Mitglieder entwickelte sich erstmals leicht rückläufig, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Fitnesscentern in Österreich von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

Im Jahr 2018 erhöhte sich die Anzahl der in Fitnessstudios trainierenden Personen um 2,3 Prozent gegenüber Vorjahr und die Anzahl der Studios um 1,8 Prozent gegenüber Vorjahr. Damit trainierten im vergangenen Jahr 615.000 Mitglieder an 554 Standorten. Die nahezu synchrone Entwicklung skizzierte damit den sich zunehmend verschärfenden Verdrängungswettbewerb.

Ketten drücken Preise

Die durchschnittliche Mitgliederanzahl pro Studio wuchs nur äußerst schwach um ein halbes Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittlichen Erlöse pro Mitglied sanken sogar um ein Prozent gegenüber Vorjahr auf 390 Euro. Insbesondere multifunktionale Studios standen erlösseitig unter Druck, nicht zuletzt weil internationale Ketten in der Preiseinstiegslage, wie beispielsweise FITINN, das Angebot ausweiteten. Kraft-Studios entwickelten sich indessen positiv, primär dank der raschen Expansion von Studios, die EMS-Trainings anbieten, allen voran Bodystreet. EMS ist die Abkürzung für Elektrische Muskelstimulation. Insgesamt erhöhte sich im Jahr 2018 der Umsatz der Fitnesscenter um 1,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 240 Millionen Euro.

Krafttraining lockt fast nur Männer

Das Mitgliederwachstum beschränkte sich im vergangenen Jahr allerdings nur noch auf Männer. Die Anzahl der männlichen Mitglieder erhöhte sich um 3,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 118.100 Personen. Bei den Frauen gab es hingegen – erstmals seit Erhebungsbeginn des BRANCHENRADAR Fitnesscenter in Österreich im Jahr 2004 – einen moderaten Rückgang um ein Prozent gegenüber Vorjahr auf 121.900 Mitglieder. Die gegenläufige Entwicklung hing ursächlich mit dem Bedeutungsverlust von reinen Damenstudios zusammen, die 2018 knapp zwei Prozent an Mitgliedern verloren. Möglicherweise aber auch mit der steigenden Bedeutung von Kraft-Studios, die hauptsächlich von Männern besucht werden.

In Wien trainiert man am meisten

Regional betrachtet wird in Österreich unterschiedlich viel trainiert. Die meisten Mitglieder in Relation zur Wohnbevölkerung hatten im Jahr 2018 Fitnesscenter in Wien. Hier kamen auf 1.000 Einwohner 83 Mitglieder. Allerdings profitiert der Standort Wien vom Umstand, dass auch einpendelnde Personen in der Bundeshauptstadt trainieren. Dahinter folgte Vorarlberg mit 72 Mitgliedern pro 1.000 Einwohner, vor Salzburg (69 Mitglieder pro 1.000 Einwohner) und der Steiermark (68 Mitglieder pro 1.000 Einwohner). In Nieder- und Oberösterreich trainierten jeweils 64 Personen pro 1.000 Einwohner in einem Fitnesscenter. Die wenigsten Mitglieder pro 1.000 Einwohner gab es im Burgenland, Tirol und Kärnten.

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