HR-Management: Warum Arbeitgeber sich um ihr Image kümmern sollten

27. Mai 2019 Drucken
HR-Management: Warum Arbeitgeber sich um ihr Image kümmern sollten
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Die Personalbudgets werden 2020 etwa gleich bleibend. Die Automatisierung von Prozessen wird das HR-Management aber verändern. Als bedeutendstes aktuelles Handlungsfeld nannten die Teilnehmer in einer Befragung die Steigerung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber. 

Die Personalberatung Kienbaum hat HR-Verantwortliche befragt, wie viel Aufmerksamkeit sie ihrem HR-Management zukommen lassen. Mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmen geht von einer steigenden Wichtigkeit aus. Währenddessen wird die Entwicklung des Personalbudgets und der Anzahl der HR-Mitarbeiter als gleich bleibend eingestuft. Für die aktuelle Studie hat Kienbaum Wien 158 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen befragt.

Anzahl HR-Mitarbeiter und Budget stagnierend

Die Leitung des Personalbereichs ist branchenübergreifend mit 70 Prozent meist in der ersten Führungsebene eingegliedert. In der Produktion und sonstigen Branchen erreicht der Wert sogar mehr als 80 Prozent. Im Handel ist die HR-Leitung nur in der Hälfte der Fälle auf der ersten Führungsebene zu finden, sondern ist hier zu 38 Prozent in der zweiten Ebene angesiedelt. Die Leitung des Personalbereichs wird am ehesten in der Dienstleistungsbranche dem Vorstand und der Geschäftsführung überlassen.

Bedeutung wächst durch Personalmangel

58 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die Wichtigkeit steigen wird. Von einer etwa gleich bleibenden Bedeutung von HR-Management gehen über vierzig Prozent der Befragten aus. Im Zusammenhang damit steht die Frage nach der Veränderung von Personalbudget und der Anzahl von HR-Mitarbeitern. Am häufigsten antworteten die Studienteilnehmer, dass sich beide Positionen in näherer Zukunft etwa gleich bleibend entwickeln werden. Mit 22 Prozent wird am häufigsten eine stark steigende Entwicklung des Personalbudgets 2020 im außereuropäischen Raum erwartet, gefolgt von 17 Prozent für Europa. Für Österreich erwarten elf Prozent eine stark steigende Entwicklung.

Personalprozesse und interne Kommunikation

Im Vergleich zu 2016 ist das Thema „Digitalisierung der Personalprozesse“ am meisten gewachsen. Mit 73 Prozent führt es zudem die Liste der aktuell verfolgten Themen zur Optimierung der Personalarbeit an. Die interne Kommunikation liegt auf Platz zwei mit 51 Prozent. Den größten Verlust verzeichnet die Optimierung von Personalprozessen, das Thema liegt nun bei 49 Prozent. Weiter wurden in der Studie Gefahrenpotentiale für Unternehmen analysiert. Ein Mangel an Fachkräften wird als die größte Gefahr eingestuft. An zweiter Stelle liegt die Konjunkturentwicklung im Ausland mit 40 Prozent, allerdings ist hier im Vergleich zu 2017 ein Rückgang von 16 Prozent zu verzeichnen. Die größte Steigerung um gut ein Drittel in den letzten zwei Jahren ist im Bereich Compliance-Risiken zu erkennen, welcher nun ebenfalls Platz zwei belegt.

Recruiting als wichtigste strategische Herausforderung

Als bedeutendstes aktuelles Handlungsfeld nannten die Teilnehmer die Arbeitgeberattraktivität. Für HR Manager liegt das Employer Branding und Personalmarketing auf Platz zwei, während Geschäftsführer gleich drei Handlungsfelder als wichtiger betrachten: Change Management, Qualifizierung und Weiterbildung sowie Rekrutierung. Im Vergleich zu den wichtigsten Handlungsbereichen für die Zukunft zeigen sich jedoch Unterschiede. Hervorgehoben ist hier für die Geschäftsführung das Employer Branding und Personalmarketing, während das HR Management Arbeitnehmerattraktivität und Change Management als wichtiger erachtet.