Was Tourismusbetriebe gegen den Fachkräftemangel machen können

27. Mai 2019 Drucken
Was Tourismusbetriebe gegen den Fachkräftemangel machen können
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Knapp ein Drittel der heimischen Tourismusbetriebe muss das Angebot wegen Fachkräftemangel reduzieren. Der Mitarbeiterbedarf kann nicht mehr gedeckt werden. Hotels, Pensionen und Gastwirtschaften benötigen Konzepte zur Besetzung offener Stellen, heißt es im Tourismusbaromterer von Deloitte und Hoteliersvereinigung ÖHV.

Der Tourismusbarometer 2019 von Deloitte und ÖHV verzeichnet eine grundsätzlich positive, aber abgeflaute Stimmung unter Österreichs Tourismusunternehmern. Unterstützt von guten Konjunkturdaten erwarten mehr als zwei Drittel der Betriebe ein Umsatzwachstum. Aber der chronische Fachkräftemangel und die Bürokratie belasten die Ertragskraft und Wachstumschancen der Branche. Dazu verzögert die jüngste politische Instabilität dringend notwendige Reformen.

Ende des Höhenfluges

Das Beratungsunternehmen Deloitte und die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) erheben im Tourismusbarometer jährlich die Lage im heimischen Tourismus. Dazu wurden heuer österreichweit rund 250 Unternehmer befragt. Das Fazit: Die Stimmung bleibt zwar positiv, der Höhenflug ist aber vorbei. Der Tourismusindex verschlechtert sich leicht von 2,83 auf 2,88. Bewertet wurden dafür die Faktoren wirtschaftliche Lage der Branche, individuelle Situation der Betriebe sowie regulatorische Rahmenbedingungen.

Wien sehr zufrieden, Vorarlberg verhalten

Bei genauerer Analyse der Situation wird außerdem ein Ost-West-Gefälle deutlich. Wien nimmt den Schwung der EU-Ratspräsidentschaft in der Wintersaison mit und performt überdurchschnittlich. In Vorarlberg sind die Touristiker mit dem Winter am wenigsten zufrieden. Dennoch rechnet die Branche österreichweit überwiegend mit einem erfolgreichen Sommer. 68 Prozent der Betriebe erwarten für die Sommersaison ein Umsatzwachstum. Die Mehrheit der Befragten ist positiv gestimmt. „Zwei Drittel sind mit der Entwicklung des eigenen Betriebes zufrieden, heißt es in einem Kommentar der ÖHV.

Chronischer Fachkräftemangel

Bei allem Optimismus bleibt allerdings die Mitarbeitersituation weiterhin angespannt. Derzeit sind drei Viertel der Betriebe auf der Suche nach Fachkräften Der steigende Bedarf wird durch die Bevölkerungsentwicklung noch weiter verstärkt, die Schere zwischen offenen Stellen und potentiellen Mitarbeitern geht weiter auf. Für 43 Prozent der Unternehmen ist es noch schwieriger geworden Arbeitskräfte zu finden. Können offene Stellen nicht besetzt werden, muss von den Mitarbeitern folglich oft Mehrarbeit eingefordert oder das Angebot reduziert werden. Die neue Regelung zur Arbeitszeitflexibilisierung ist für die Unternehmen schwierig in die Praxis umzusetzen. Für 61 Prozent der Betriebe bringt das Gesetz keinen unmittelbaren Vorteil.

Sinkende Erträge und Kostendruck

Neben dem Arbeitskräftethema stellen die angespannte Kostensituation und der hohe bürokratische Aufwand aktuell die größten Belastungen für die Betriebe dar. Die Kosten für Mitarbeiter sind in den letzten Jahren am meisten gewachsen. Zusätzlich liegt eine hohe Steuerlast auf den Unternehmen. Die Touristiker hatten sich Entlastungen durch eine Steuerreform erhofft. Die dadurch erwartete Steigerung der Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit bleibt nun zumindest vorerst aus.

Politische Impulse nicht aufschieben

Durch das vorzeitige Ende der Legislaturperiode besteht laut den Experten nun die Gefahr, dass dringend notwendige Impulse auf die lange Bank geschoben werden. Als Beispiele nennen sie die Registrierungspflicht für Sharing-Hosts oder die Anpassung der Abschreibungsdauern an die Praxis.

Tipps für mehr zufriedene Mitarbeiter:

  • Anerkennender und wertschätzender Umgang
  • Orientierung und Struktur zum Anhalten
  • Klare Verantwortlichkeiten und Rollenzuteilungen
  • Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen und Potenzialen
  • Bedürfnisgerechte Differenzierung in der Ausgestaltung attraktiver Gesamtarbeitsplatzangebote
  • Passende Arbeitszeitgestaltung

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