Ab 2021: Forschungsförderung nur bei Open Access-Publikation

03. Juni 2019 Drucken
Ab 2021: Forschungsförderung nur bei Open Access-Publikation
© APA

Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen („Open Access“) ermöglichen will der sogenannte „Plan S“, der 2021 in Kraft treten wird. Dazu hat sich der österreichische Wissenschaftsfonds FWF gemeinsam mit 20 internationalen Forschungsförderungsorganisationen verpflichtet.

Die teilnehmenden Förderorganisationen wollen mit der Initiative alle qualitätsgeprüften („peer review“) Veröffentlichungen, die aus von ihnen geförderten Arbeiten hervorgehen, ab 2021 frei zugänglich machen. Sie haben dazu 2018 Prinzipien und Ausführungsrichtlinien vorgeschlagen und zu einem weltweiten Feedback-Prozess eingeladen. Nach Auswertung der Stellungnahmen wurde nun die finale Version von „Plan S“ veröffentlicht, teilte der FWF mit.

Ab 1. 1. 2021 sind alle Forschungen offen

Dieser Initiative folgend soll „Plan S“ für alle Forschungsprojekte des FWF gelten, die ab dem 1. Jänner 2021 eingereicht werden. Wissenschaftliche Artikel mit „Peer Review“, die aus diesen Projekten hervorgehen, müssen dann ohne Zeitverzögerung „Open Access“ gestellt werden. Für andere Publikationsformate wie etwa Monografien und Sammelbände soll bis Ende 2021 eine verbindliche Richtlinie kommen.

Zwischen Gold and Green

Der freie Zugang kann dabei auf mehreren Wegen ermöglicht werden: Entweder die Veröffentlichung in einer „Open Access“-Zeitschrift oder -Plattform (Gold Open Access) oder die Archivierung der Publikation in einem frei zugänglichen Repositorium (Green Open Access). Den Bedingungen wird laut FWF auch dann entsprochen, wenn es zwischen den Forschungsstätten bzw. Förderungsgebern und den Verlagen ein Abkommen gibt, das den Autoren erlaubt, „Open Access“ zu publizieren.

FWF wird sich aktiv beteiligen

Der FWF wird sich an der Finanzierung zur Umsetzung von „Open Access“ in Österreich aktiv beteiligen und wenn notwendig seine Förderungen erweitern. In den nächsten Monaten will der Wissenschaftsfonds seine Antragsrichtlinien und Förderangebote entsprechend überarbeiten.

Gegen „Closed Shops“ der Wissenschaft

Hintergrund der „Open Access“-Bewegung ist die Dominanz kostenpflichtiger Fachjournale im Wissenschaftsbetrieb. Der Forschungs- und Bibliotheksbetrieb ist dabei zunehmend mit dem Problem hoher Kosten für den Zugang zu wichtigen wissenschaftlichen Publikationen und übergeordneten Datenbanken konfrontiert. Die „Open Access“-Bewegung vertritt dagegen die Meinung, dass die Öffentlichkeit, die Forschung finanziert, auch freien Zugang zu deren Ergebnissen haben sollte. Zudem seien Offenheit und der freie Zugang zu Forschungsergebnissen ein „normativer Anspruch der Wissenschaft an sich selbst“. (APA)

Mehr zum Thema