Wifo:  Warum es in einer Wintersaison zu viel Schnee geben kann

05. Juni 2019 Drucken
Wifo:  Warum es in einer Wintersaison zu viel Schnee geben kann
Hochkar Ende Jänner 2019 © APA

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat die Wintersaison 2018/19 im Tourismus untersucht. Nach dessen Schätzungen erzielte die heimische Tourismuswirtschaft von November 2018 bis April 2019 Einnahmen von insgesamt 14,40 Milliarden Euro. Damit stieg das Volumen gegenüber 2017/18 um 1,4 Prozent.

Der Tourismus hatte im Winter mit erschwerten Rahmenbedingungen zu kämpfen: Zum einen verursachten die starken Schneefälle zu Jahresbeginn Sperren von Skigebieten und Straßenverkehrsverbindungen, zum anderen fielen die Osterferien auf einen relativ späten Termin Mitte April. Die verschobene Lage der Osterwoche zwischen den Vergleichsperioden (März 2018, April 2019) beeinträchtige daher die Aussagekraft dieses Ergebnisses, gibt das Wifo zu bedenken. Späte Osterfeiertage seien nämlich für Gäste deutlich weniger attraktiv als frühe Ostertermine.

Schneemassen dämpften Touristenstrom

Der Winter 2018/19 startete mit kräftigen Nächtigungszuwächsen im November und Dezember 2018 (insgesamt +8,0 Prozent). In den Hauptmonaten Jänner bis März 2019 (zusammen rund zwei Drittel der Saisonnächtigungen) zeigte sich die Nachfrage jedoch aufgrund überdurchschnittlicher Schneemengen und des späten Ostertermins rückläufig (- 2,4 Prozent). Der vor allem durch die Osterverschiebung bedingte kräftige Nächtigungsanstieg im April (+13,2 Prozent) konnte das Ergebnis des gesamten Winters jedoch nur moderat verbessern (Gästeankünfte +2,8 Prozent; Übernachtungen +1,4 Prozent).

Billig- und Luxussegment wachsen

Gegliedert nach Unterkunftsarten profitierten in der Wintersaison 2018/19 die gewerblichen Ferienwohnungen von einer deutlich gestiegenen Nächtigungszahl (+5,5 Prozent). In der Hotellerie entwickelte sich sowohl das Top-Segment (5/4-Stern) als auch die preisgünstigen 2/1-Stern-Betriebe ähnlich dem Durchschnitt aller Beherbergungsbetriebe (jeweils +1,5 Prozent), die 3-Stern-Kategorie stagnierte beinahe (+0,4 Prozent).

Privatzimmer-Vermieter haben Probleme

Private Ferienunterkünfte wuchsen mit 0,8 Prozent nur mäßig, während Campingplätze, Unterkünfte für Kinder und Jugendliche, Kurheime, bewirtschaftete Schutzhütten und sonstige Unterkünfte zusammen einen überdurchschnittlichen Zuwachs von 1,9 Prozent aufwiesen. Nur die Privatquartiere verzeichneten einen deutlichen Rückgang ( – 3,7 Prozent). (APA)