Kräftiger Exportanstieg in der Lebensmittelindustrie

19. Juni 2019 Drucken
Kräftiger Exportanstieg in der Lebensmittelindustrie

Deutlich steigende Exporte haben der heimischen Lebensmittelindustrie im Jahr 2018 ein Erlösplus beschert. Die abgesetzte Produktion ist laut Fachverband um 2,4 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro gestiegen.

Die Exporte legten um 5,6 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro zu. Die rund 200 Industrieunternehmen beschäftigen insgesamt 26.000 Mitarbeiter.

Das sind die größten Player

Zu den größten Lebensmittelherstellern in Österreich gehören Red Bull, Agrana, Leipnik Lundenburger, Berglandmilch, Vivatis und Rauch sowie Brau Union. „Die Lebensmittelindustrie ist mit einem Bruttoproduktionswert von rund 16 Mrd. Euro bisher unterschätzter Champion bei der Wertschöpfung“, so der Obmann des Fachverbands der Lebensmittelindustrie und Agrana-Chef, Johann Marihart,  in einer Aussendung. Mit jedem in der österreichischen Lebensmittelindustrie erwirtschafteten Euro würden weitere 1,23 Euro in anderen Unternehmen an Wertschöpfung angeregt.

Landwirtschaft sorgt für hohe Beschäftigungszahlen

Aufgrund der personalintensiven Landwirtschaft fällt der Beschäftigungseffekt relativ hoch aus: Jeder Arbeitsplatz in der Lebensmittelindustrie bewirkt laut Fachverband die Schaffung oder Absicherung von weiteren knapp zwei Arbeitsplätzen in Österreich.

Industrie gegen Herkunftsbezeichnung

Das Regierungsprogramm der nicht mehr im Amt befindlichen ÖVP/FPÖ-Regierung sah eine „verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln (Fleischprodukte, Milch, Eiprodukte, verarbeitete Produkte und Milchprodukte) nach dem Vorbilds Frankreichs zunächst auf nationaler, später auf EU-Ebene“ vor. Die Lebensmittelindustrie sprach sich vehement gegen eine nationale Herkunftskennzeichnung aus, weil es heimische Betriebe im Wettbewerb mit ausländischen Lebensmittelherstellern benachteiligen würde.

EU-Kennzeichnung kommt

Auf EU-Ebene gibt es ab April 2020 eine neue verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln. Wenn sich die Herkunft der Hauptzutat vom angegebenen Produktionsland unterscheidet, muss dies künftig zusätzlich auf dem Etikett angeben werden. (APA)