Gründungsstatistik 2017: Nach fünf Jahren existiert noch die Hälfte

26. Juni 2019 Drucken
Gründungsstatistik 2017: Nach fünf Jahren existiert noch die Hälfte
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Im Jahr 2017 wurden laut Statistik Austria 42.417 neue Unternehmen in Österreich gegründet (Neugründungsrate von 7,7 Prozent). Im gleichen Zeitraum (2017) wurden 37.171 Unternehmen geschlossen (Schließungsrate: 6,8 Prozent). 

Pro Neugründung wurden 2017 im Durchschnitt 1,6 Arbeitsplätze geschaffen. Im produzierenden Bereich wurden pro Neugründung mehr Arbeitsplätze (1,8 Beschäftigte) geschaffen als im Dienstleistungsbereich (1,5 Beschäftigte). Durch die Schließungen gingen durchschnittlich 1,5 Arbeitsplätze verloren.

Pflegebereich sorgt für Zahlen

89,5 Prozent der Unternehmensneugründungen erfolgten im Dienstleistungsbereich, die meisten davon im Gesundheits- und Sozialwesen (10.035), im Handel (6.891) sowie in den freiberuflichen/technischen Dienstleistungen (5.274). Die höchste Neugründungsrate (11,9 Prozent) verzeichnete ebenfalls der Wirtschaftsbereich Gesundheits- und Sozialwesen – dazu zählen etwa die Branchen Hauskrankenpflege, Pflegeheime oder Tagesbetreuung von Kindern –, gefolgt von den sonstigen Dienstleistungen (10,4 Prozent). An dritter und vierter Stelle reihen sich die Wirtschaftsbereiche sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (10,0 Prozent) und Verkehr (9,4 Prozent) ein. Am niedrigsten war der Anteil neu gegründeter Unternehmen im Dienstleistungssektor beim Grundstücks- und Wohnungswesen (4,3 Prozent), im Bereich Finanz- und Versicherungsleistungen (4,7 Prozent) sowie bei den freiberuflichen/technischen Dienstleistungen (5,9 Prozent).

Neugründung 2017 nach Wirtschaftsbereichen
Abschnitt (ÖNACE 2008) Neugründungen Neugründungsrate in % Beschäftigte pro Neugründung
  Insgesamt 42.417 7,7 1,6
B Bergbau 9 2,4 0,9
C Herstellung von Waren 1.399 4,8 1,6
D Energieversorgung 113 3,2 0,9
E Wasserversorgung und Abfallentsorgung 72 2,5 1
F Bau 2.868 7,1 2
B–F Produzierender Bereich 4.461 5,8 1,8
G Handel 6.891 7,2 1,5
H Verkehr 1.573 9,4 2,2
I Beherbergung und Gastronomie 3.935 7,3 3,2
J Information und Kommunikation 2.046 7,5 1,1
K Finanz- und Versicherungsleistungen1) 498 4,7 1,2
L Grundstücks- und Wohnungswesen 742 4,3 1
M Freiberufl./techn. Dienstleistungen 5.274 5,9 1,2
N Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 2.381 10 2,1
P Erziehung und Unterricht 673 7,3 1,4
Q Gesundheits- und Sozialwesen 10.035 11,9 1,1
R Kunst, Unterhaltung und Erholung 1.098 6,3 1,4
S Sonstige Dienstleistungen 2.810 10,4 1,4
G–S Dienstleistungsbereich 37.956 8 1,5
Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik zur Unternehmensdemografie 2017. Vorläufige Zahlen. – 1) ohne Gruppen 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“ und 64.3 „Treuhandfonds“.

Klein- und Kleinstbetriebe 

Beinahe drei Viertel (73,5 Prozent) der 2017 neu gegründeten Unternehmen waren Einzelunternehmen (31.194). 6.398 Neugründungen (15,1 Prozent) erfolgten als Kapitalgesellschaften; etwas weniger häufig wurden neue Unternehmen in Form von Personengesellschaften und anderen Rechtsformen (4.825 bzw. 11,4 Prozent) gegründet. Auch die Verteilung der Neugründungen nach Beschäftigtengrößenklasse spiegelt die kleinbetriebliche Struktur der österreichischen Wirtschaft wider: Die überwiegende Mehrheit (81,9 Prozent) der neu gegründeten Unternehmen waren ohne unselbständig Beschäftigte. 13,5 Prozent der Unternehmen hatten im Jahr der Gründung zwischen einem und vier unselbständig Beschäftigte; nur 3,3 Prozent bzw. 1,3 Prozent waren mit zwischen fünf und neun bzw. mit zehn und mehr unselbständig Beschäftigten erstmals am Markt aktiv.

Nach fünf Jahren existiert noch die Hälfte

Die Überlebensraten der Unternehmen eines Gründungsjahrgangs (d. h., einer Gründungskohorte) sinken von Jahr zu Jahr: Von den 2012 neu gegründeten Unternehmen waren ein Jahr später noch 84,5 Prozent am Markt tätig. Die Zweijahresüberlebensrate (von 2012 auf 2014) betrug 70,7 Prozent; nach drei Jahren waren 62,0 Prozent und nach vier Jahren 54,7 Prozent dieser Unternehmenskohorte noch aktiv. Die Fünfjahresüberlebensrate beträgt nur mehr 49,3 Prozent. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet gab es die höchsten Fünfjahresüberlebensraten in den Bereichen Energieversorgung (74,5 Prozent), Wasserversorgung und Abfallentsorgung (65,1 Prozent), in der Herstellung von Waren (62,1 Prozent) sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen (61,6 Prozent).

Überlebensraten 2017 nach Wirtschaftsbereichen
Abschnitt (ÖNACE 2008) Überlebensrate in % nach 5 Jahren
  Insgesamt 49,3
B Bergbau 44,4
C Herstellung von Waren 62,1
D Energieversorgung 74,5
E Wasserversorgung und Abfallentsorgung 65,1
F Bau 53,7
B–F Produzierender Bereich 58,2
G Handel 47,4
H Verkehr 40,8
I Beherbergung und Gastronomie 46,7
J Information und Kommunikation 59,2
K Finanz- und Versicherungsleistungen1) 53,9
L Grundstücks- und Wohnungswesen 61,6
M Freiberufl./techn. Dienstleistungen 56,9
N Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 38,8
P Erziehung und Unterricht 53,8
Q Gesundheits- und Sozialwesen 41,7
R Kunst, Unterhaltung und Erholung 52,9
S Sonstige Dienstleistungen 54,6
G–S Dienstleistungsbereich 48,2
Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik zur Unternehmensdemografie 2017. – Vorläufige Zahlen. – 1) ohne Gruppen 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“ und 64.3 „Treuhandfonds“.

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