Management: Welchen Führungsstil braucht das digitale Unternehmen

05. Juli 2019 Drucken
Management: Welchen Führungsstil braucht das digitale Unternehmen
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Wie sieht der richtige Führungsstil des digitalen Zeitalters aus? Eine deutsche Studie hat Mitarbeiter und Manager befragt. Eines der Resultate: Führungskräfte sehen sich deutlich positiver als sie von ihren Mitarbeitern tatsächlich bewertet werden.

Die Online-Jobplattform StepStone und das Institut ISM, die Forschungseinrichtung von Kienbaum, haben in einer Studie unter 13.500 Fach- und Führungskräften herausgefunden. Die Untersuchung zeigt, wie Führungskräfte sich selbst sehen und wie sie von ihren Mitarbeitern bewertet werden.

  • Transformationaler Führungsstil: 94 Prozent bevorzugen eine Führungskraft, die als Vorbild dient, eine Vision vermittelt und ihre Mitarbeiter motiviert.
  • Strategischer Führungstil: 88 Prozent der Befragten  wünschen sich Vorgesetzte, die konkrete Ziele formulieren und konstruktive Rückmeldungen geben
  • Ethische Führung: 84 Prozent wollen Vorgesetzte, die wertorientiert handeln und Selbstständigkeit fördern

Realität ist enttäuschend

Treffen transformationale und strategische Führung auf digitale Führungskompetenz, steigen Innovationsleistung und Engagement der Mitarbeiter. Allerdings stellt die Mehrheit aller Fachkräfte ihrem Chef ein eher schlechtes Zeugnis aus. Nur 29 Prozent sehen in ihrem Vorgesetzten eine strategische Führungskraft. Noch weniger (21 Prozent) geben an, transformational geführt zu werden. Der Aussage, ihr Chef führe ethisch, stimmt nicht mal jede zehnte Fachkraft zu.

Meisten Chefs kommandieren

Stattdessen gibt mehr als die Hälfte aller Befragten an, von einem direktiven Vorgesetzten geführt zu werden – also von einem Chef, der von seinen Mitarbeitern erwartet, dass sie seinen Anweisungen strikt Folge leisten. „Die Digitalisierung und die sich wandelnden Märkte zwingen Unternehmen dazu, ihre Organisationsstrukturen neu zu denken. Hierbei sind es vor allem Führungskräfte, die sich neu aufstellen müssen. Der alte Führungstyp, der Aufgaben strikt anordnet und Mitarbeiter streng überwacht, kommt immer seltener vor“, heißt es in der Studie.

Selbst- und Fremdwahrnehmung stimmen nicht überein

Die Untersuchung zeigt, dass Führungskräfte sich deutlich positiver sehen als sie von ihren Mitarbeitern tatsächlich bewertet werden: Der Großteil aller befragten Vorgesetzten sieht sich als strategische, ethische und transformationale Führungskraft. Direktiv zu sein, behaupten dagegen nur wenige befragte Chefs. Dabei hängt der Unternehmenserfolg maßgeblich von Managern ab, die reflektieren, welchen Einfluss – positiv wie negativ – ihr Führungsstil auf ihre Mitarbeiter und die Organisation hat. „Es gibt nicht den Führungsstil mit Erfolgsgarantie“, so die Studie. Sie verweist auf differenzierte Führungsmodelle, die auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter und Besonderheiten der Organisation gleichermaßen eingehen.

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