Mangelberufe: Warum die Lücke bei Justizwache größer ist als bei Köchen

15. Juli 2019 Drucken
Mangelberufe: Warum die Lücke bei Justizwache größer ist als bei Köchen
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Der Tourismus sucht „händeringend“ nach Fachkräften, ein Blick in die Statistik des AMS relativiert die Liste der Mangelberufe allerdings. Bei Justizwache, Installateuren oder Tischlern ist die statistische Diskrepanz von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt deutlich dramatischer. 

So waren im Mai 2.207 Köche österreichweit arbeitslos gemeldet. Ihnen standen 2.417 offene Stellen gegenüber. Doch je weiter man nach Westen blickt, desto mehr geht die Schere auseinander.

Mangel im Westen

Während in der Steiermark mit 267 Suchenden zu 275 offenen Stellen das Verhältnis noch fast ausgeglichen war, kamen in Tirol 139 Stellenbewerber auf 346 Jobs. In Salzburg betrug das Verhältnis 137 zu 383, in Vorarlberg 63 zu 135.

Situation bei KellnerInnen weniger dramatisch

Deutlich ausgewogener ist das Verhältnis bei den Kellnern. Hier kamen in Salzburg auf 256 offene Stellen 275 Suchende. In Vorarlberg suchten 135 Servicekräfte einen Job, ihnen standen 114 offene Stellen gegenüber.

Fehlsituation bei Justizwache deutlich dramatischer

Auffallend ist, dass die Gastronomie bei weitem nicht zu den Bereichen mit dem größten Fachkräftemangel zählt. Zumindest statistisch sind andere Mangelberufe schwieriger zu besetzen:  So gibt es 80 offene Stellen im Bereich Justizwache, ihnen stehen 11 Suchende gegenüber. Ähnlich dramatisch ist die Situation bei Tischlern und Landmaschinenbauern. Auch bei Pflasterern, Zimmerern, Schlossern, Installateuren und Drehern ist der Mangel höher. Selbst bei Ärzten ist das Verhältnis Suchende zu Jobs schlechter als bei Köchen. (APA)